Sie sind in: Startseite Aktuelles Aus Gesellschaft und Politik Immer mehr Europäer kurzsichtig

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Mann Ende 20, himbeerfarbener Pulli, dunkelrandige Brille, dunkle Haare, Tablet in den Händen

Vor allem die jüngere Generation braucht immer häufiger eine Brille, um in die Ferne sehen zu können.
© stillkost - Fotolia

Fr. 15. Mai 2015

Kurzsichtigkeit nimmt europaweit zu

Immer mehr Europäer scheinen kurzsichtig zu sein. Das haben britischer Augenärzte herausgefunden, die Daten von über 60.000 Personen analysiert haben. Besonders die jüngere Generationen hat Probleme damit, entfernte Dinge scharf zu sehen.

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Etwa ein Viertel der europäischen Bevölkerung scheint kurzsichtig zu sein, wobei der Anteil jüngerer Menschen offenbar deutlich höher liegt. Das geht aus einer Meta-Analyse von 15 Studien hervor. In der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen war fast die Hälfte der Studienteilnehmer kurzsichtig, berichten Experten für Augenheilkunde des King's College London in der Fachzeitschrift Opthalmology. Sie schließen daraus, dass Myopie, wie Kurzsichtigkeit im Fachjargon genannt wird, in Europa stärker zunimmt. Außerdem fanden die Wissenschaftler einen starken Zusammenhang zwischen Kurzsichtigkeit und einem höheren Bildungsniveau. Die Forscher vermuten, dass hier Faktoren eine Rolle spielen, die mit dem modernen Lernen in Verbindung stehen: zum Beispiel, dass dem Lernen viel Zeit gewidmet und mehr Zeit vor dem Computer statt im Freien verbracht wird.

Mit dem Bildungsstand allein lasse sich die Verschiebung jedoch nicht erklären. "Wir verstehen die Ursachen für die Veränderung noch nicht vollständig", sagt Professor Chris Hammond, Senior-Autor der Studie. Weitere Forschungsarbeiten seien nötig, um zu sehen, ob sich eine Veränderung von Trends auf die Entstehung von Kurzsichtigkeit auswirken könnte – etwa, wie viel Zeit Kinder im Freien, mit Lesen oder anderen Beschäftigungen verbringen. "Wir wissen zum Beispiel noch nicht, wie sich die stark ansteigende Nutzung von Computern, Tablets und Mobiltelefonen auf die visuelle Entwicklung von Kindern auswirkt", sagt Hammond.
Der Anstieg der Kurzsichtigkeit könnte für die Zukunft eine große Bürde bedeuten, glauben die Forscher. So könne sich die Fehlsichtigkeit negativ auf die Sehkraft im Alter auswirken, speziell wenn eine starke Myopie vorliege, da dies die Gefahr einer Netzhautablösung, eines Glaukoms oder einer Netzhautdegeneration erhöhe.

HH

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