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Das Hessische Landeslabor hat Keime in frisch gezapftem Bier gefunden.

Frisch gezapftes Bier ist besonders frisch? Hessische Kontrolleure sind bei Untersuchungen zu einem gegenteiligen Ergebnis gekommen.
© Kzenon - Fotolia

Do. 30. Juli 2015

Bakterien und Keime in frisch gezapftem Bier gefunden

Bier, das in einer Gaststätte ausgeschenkt wird, sollte besonders frisch und hygienisch einwandfrei sein. Um das zu prüfen, hat das Hessische Landeslabor Proben aus Getränkeschankanlagen untersucht. Das Ergebnis: Fast die Hälfte aller getesteten Biere war verkeimt.

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Von insgesamt 87 Proben frisch gezapfter Biere hat das Hessische Landeslabor 37 (42,5 Prozent) wegen coliformen Keimen beanstandet. Bei zwei Bierproben waren auch Escherichia coli (E. coli) Keime nachweisbar, teilte der Direktor des Hessischen Landeslabors, Prof. Dr. Hubertus Brunn, in Gießen mit. E. coli Keime würden auf fäkale Verunreinigungen hinweisen. Die Bakterienart ist zwar normaler Bestandteil des menschlichen Darmtrakts, kann aber auch ein Krankheitserreger sein.

"Coliforme Keime in gezapften Getränken sind ein Hinweis auf Hygienemängel", sagt Brunn. "Dazu zählen falsche Handhabung der Geräte, unzureichende Reinigung und Desinfektion sowie fehlende oder ungenügende Wartung der Anlagen", so der Direktor. Neben der Reinigung der Schankanlage müsse auch deren Umfeld regelmäßig sauber gehalten werden. Hierzu gehören laut Brunn Schanktisch, Spülbecken und Spülbürsten, Lager- und Kühlräume. Eine weitere wichtige Voraussetzung für ein einwandfreies gezapftes Bier seien neben sauberen Biergläsern auch das Hygienebewusstsein des Personals. Von den in gleicher Weise untersuchten Nachproben, die in der Regel nach einer umfangreichen Reinigung der Getränkeschankanlage entnommen werden, seien rund 43 Prozent der Bierproben erneut auffällig gewesen. Gesundheitlich bedenklich seien die Befunde aber nicht: Denn bei einer Temperatur von vier bis sieben Grad Celsius könne die Keimvermehrung durch die Kälte, den enthaltenen Alkohol, die Kohlensäure sowie die Hopfenbitterstoffe weitgehend verhindert werden.

Gelangen coliforme Keime in den Verdauungstrakt, können sie Magenverstimmungen und Durchfälle auslösen. Besonders gefährdet sind Menschen, die durch Vorerkrankungen geschwächt sind. Um den starken Flüssigkeitsverlust bei Durchfall ausgleichen, sind zum Beispiel spezielle Mineralstoffkombinationen aus der Apotheke empfehlenswert, die die für den Körper ideale Zusammensetzung an Mineralsalzen (Elektrolyten) enthalten.

NK

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