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Immer weniger Menschen in Deutschland rauchen.

Jährlich sterben in Deutschland 121.000 Menschen vorzeitig, weil sie geraucht haben. Politiker fordern deswegen ein Werbeverbot für Zigaretten.
© Model colourbox.de/Igor Kovalchuk

Mi. 04. November 2015

Tabakatlas: Raucher verlieren 10 Lebensjahre

Immer weniger Menschen in Deutschland rauchen, doch ist dieser Rückgang schwer erarbeitet und beileibe kein Selbstläufer. Das ist die Kernaussage des vom Deutschen Krebsforschungszentrum herausgegebenen deutschen Tabakatlasses 2015. Insgesamt raucht nach wie vor etwa ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland.

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Der Tabakatlas liefert detaillierte Daten zu allen möglichen Aspekten des Rauchens und dessen Folgen. So sterben jährlich 121.000 Menschen in Deutschland vorzeitig, weil sie geraucht haben. Das sind 13,5 Prozent aller Todesfälle. "Im Durchschnitt verlieren Raucher zehn Lebensjahre, und das schon ab dem mittleren Lebensalter", sagte Dr. Marina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Die durch das Rauchen verursachten Krankheiten sind vielfältig: Neben bekannten Folgekrankheiten wie Lungenkrebs, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen listet der Tabakatlas auch Krankheiten, von denen erst seit relativ kurzer Zeit bekannt ist, dass sie bei Rauchern gehäuft auftreten. Dazu gehören Typ-2-Diabetes, altersabhängige Makuladegeneration, Tuberkulose und weitere Krebsarten wie Leber- und Darmkrebs.

Die ab 2007 eingeführten Bundes- und Landesnichtraucherschutzgesetze haben zwar zu einer spürbaren Verbesserung der Lage geführt, "doch seitdem ist wenig passiert", bemängelte Pötschke-Langer. Und das, obwohl auch für Deutschland seit 2005 das Rahmenübereinkommen der Weltgesundheitsorganisation zur Eindämmung des Tabakgebrauchs gilt, das unter anderem regelmäßige deutliche Tabaksteuererhöhungen sowie ein umfassendes Werbeverbot vorsieht. Die letzte Erhöhung der Tabaksteuer liegt lange zurück und außer Deutschland erlaubt in Europa nur Bulgarien Außenwerbung für Zigaretten auf Postern und Litfaßsäulen.

Das soll sich jedoch bald ändern, wie Marlene Mortler (CSU), Drogenbeauftragte der Bundesregierung, versicherte. Ein entsprechendes Verbot sei in der Novelle der Tabakprodukt-Richtlinie verankert, deren Verabschiedung unmittelbar bevorstehe. "Das Tabakwerbeverbot ist überfällig", unterstrich Mortler. Gleich mit verboten werden soll die Werbung für E-Zigaretten. Das sei wichtig, da man beispielsweise in Frankreich gesehen habe, dass dort die Werbung für diese Produkte in letzter Zeit massiv zugenommen habe. Auch E-Zigaretten seien jedoch gesundheitlich bedenklich, einerseits durch ihren Gehalt an giftigem Nikotin und andererseits in ihrer Funktion als Einstiegsfenster für Kinder und Jugendliche. Ein aktueller Gesetzentwurf sieht vor, die Abgabe- und Konsumverbote des Jugendschutzgesetzes und des Jugendarbeitsschutzgesetzes für Tabakwaren auf E-Zigaretten und E-Shishas auszuweiten.

(am)/PZ

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