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Der Schauspieler Robin Williams nahm sich 2014 das Leben.

Der Schauspieler Robin Williams nahm sich 2014 das Leben. Zuerst wurden Depressionen dafür verantwortlich gemacht.
© picture alliance / AP Photo

Do. 05. November 2015

Robin Williams litt an einer wenig bekannten Demenz

Als sich der Schauspieler Robin Williams im vergangenen Jahr das Leben nahm, wurden schnell Depressionen dafür verantwortlich gemacht. Wie seine Witwe Susan Williams jetzt in einem Fernseh-Interview berichtete, war der Schauspieler jedoch an einer weniger bekannten Demenz-Form erkrankt: der Lewy-Körperchen-Demenz.

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Dass Robin Williams an Lewy-Körperchen-Demenz litt, wurde erst durch die Autopsie bekannt, erklärte Susan Williams. Bei der Erkrankung zeigen sich typische Veränderungen von Nervenzellen in bestimmten Bereichen des Gehirns. Es finden sich darin Einschlüsse krankhaft veränderter Eiweiße, sogenannte Lewy-Körperchen, wie sie ganz ähnlich bei der Parkinson-Erkrankung auftreten. Depressionen seien nur eines von sehr vielen Symptomen gewesen, die sich bei ihrem Mann in den Monaten vor seinem Tod stetig verschlimmert hätten, sagte Susan Williams. Allerdings konnten die behandelnden Ärzte den Grund dafür damals nicht feststellen.

Bei der Lewy-Körperchen-Demenz können sich wache Phasen und starke Müdigkeit schnell abwechseln, auch tagelanger Tiefschlaf ist möglich. Zudem können die geistigen Fähigkeiten der Patienten schwanken. Viele erleben Halluzinationen, bei denen sie Menschen oder größere Tiere sehen, erklärt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Werden Betroffene daraufhin mit antipsychotisch wirkenden Medikamenten behandelt, vertragen sie diese oft sehr schlecht – auch das ein typisches Zeichen dieser Demenz-Form.

Dass die Krankheit wie bei Robin Williams oft nicht zu Lebzeiten entdeckt wird, hängt vermutlich damit zusammen, dass sie weniger bekannt ist, obwohl diese Form bei etwa zehn Prozent aller Demenzkranken auftritt. Die fortschreitende Gedächtnisstörung kann als Symptom der Alzheimer-Demenz missinterpretiert werden. Muskelsteifigkeit, Händezittern oder verlangsamte Bewegungen, die bei manchen Patienten zu Beginn auftreten, lassen Ärzte oft zunächst an die Parkinson-Krankheit denken.

Eine Heilung der Demenz ist nicht möglich, die Behandlung schwierig. Die psychotischen Symptome bei dieser Demenz-Form können mit sogenannten Cholinesterasehemmer behandelt werden, die in erster Linie für die Alzheimer-Erkrankung zugelassen sind. Antipsychotika eignen sich bei der Lewy-Körperchen-Demenz nur ganz wenige. Manche Mittel gegen Parkinson-Beschwerden können Symptome sogar noch verschlimmern.

HH/RF

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