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Die Zucker-Steuer in Mexiko zeigt erste Erfolge.

Gezuckerte Getränke wie Limonade, Cola und Eistee sind echte Dickmacher.
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Fr. 08. Januar 2016

Mexiko: Zucker-Steuer auf Getränke zeigt erste Erfolge

Mexiko zählt zu den Ländern mit den meisten Diabetikern, Übergewichtigen und fettleibigen Menschen. Um dem entgegenzuwirken, wurde vor zwei Jahren eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke eingeführt. Eine Studie ist nun der Frage nachgegangen, ob dadurch der Konsum gesunken ist.

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Seit die Verbrauchssteuer von zehn Prozent auf gezuckerte Getränke eingeführt wurde, trinken Mexikaner tatsächlich weniger davon. Das geht aus einem Bericht mexikanischer und US-amerikanischer Forscher hervor, die das Kaufverhalten von über 6.200 mexikanischen Haushalten in 53 großen Städten unter die Lupe genommen hatten. Ein Jahr nach Einführung der Steuer von einem Peso pro Liter war der Verkauf von mit Zucker gesüßten Getränken um zwölf Prozent gesunken. Das bedeute, dass der durchschnittliche mexikanische Stadtbewohner 4,2 Liter weniger zuckerhaltige Getränke kaufte als vor Einführung der Steuer, erläutern die Forscher in der Fachzeitschrift The BMJ. Dagegen landeten vier Prozent mehr Getränke, die nicht besteuert waren, im Einkaufswagen der Mexikaner. Dies galt vor allem für Wasser in Flaschen. Umgerechnet bedeute das einen Anstieg von 12,8 Litern pro Einwohner.

Die Forscher weisen darauf hin, dass die Studie auch Schwächen habe. So seien Milchgetränke nicht berücksichtigt worden und der Fokus der Studie habe auf der Stadtbevölkerung gelegen. Auch könne man keinen Rückschluss auf Ursache und Wirkung ziehen. Trotzdem seien die moderaten Veränderungen wichtig. So könnten entsprechende Steuern Teil einer gesundheitspolitischen Gesamtstrategie sein. Dass sie eine Wunderwaffe im Kampf gegen Übergewicht sein könnten, bezweifelt jedoch Franco Sassi, Gesundheitsökonom der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einem begleitenden Editorial. Andere wichtige Strategien seien regulierende Maßnahmen, eine Aufklärung über gesunde Ernährung oder Veränderungen bei der Nahrungsmittelproduktion.

HH

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