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Wer drei oder mehr Medikamente nimmt, hat künftig Anspruch auf einen Medikationsplan.

Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Deutschen Bundesapothekerkammer, eröffnet die internationale pharmazeutische Fortbildungswoche der Bundesapothekerkammer in Schladming.
© A. Müller

Mo. 18. Januar 2016

Potenziale der Apotheken besser nutzen

In Deutschland kommt im Oktober erstmals der gesetzlich verankerte Medikationsplan, ausgestellt vom Arzt und im Bedarfsfall ergänzt vom Apotheker. In der Schweiz darf in Apotheken bereits ohne ärztliches Rezept geimpft werden, und die Apotheker dürfen dem Patienten eine eigene Diagnose stellen.

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Erstmals ist die Arzneimittelsicherheit in Deutschland als politisches Ziel auch im Gesetz verankert. Das sei ein Erfolg. So begann Dr. Andreas Kiefer seine Eröffnungsrede bei der diesjährigen internationalen pharmazeutischen Fortbildungswoche der deutschen Bundesapothekerkammer im österreichischen Schladming. Aus dem neuen E-Health-Gesetz folgt ab Oktober dieses Jahres das Recht des Patienten auf einen genauen Plan auf Papier für die Medikamenteneinnahme, ausgestellt vom Arzt. Das gilt für alle Patienten, die drei oder mehr Arzneimittel einnehmen müssen. Doch die zusätzlich in der Apotheke gekauften Medikamente können mit den vom Arzt verschriebenen Arzneimitteln zum Beispiel Wechselwirkungen auslösen. Deshalb wurde das Gesetz in der Entstehungsphase so geändert, dass der Apotheker den Medikationsplan um solche Medikamente ergänzen darf. Dass die Apotheker ein Garant für die Arzneimittelsicherheit seien, sieht Kiefer von den Politikern anerkannt. Modelle für die Honorierung dieser zusätzlichen Leistung müssten folgen, sagte er. Der Papierplan und die damit verbundenen Regelungen seien die erste Stufe, sich dem komplexen Thema des Medikationsmanagements zu nähern.

In der Schweiz hat die Politik die Apotheken erheblich aufgewertet. Das berichtete auf derselben Veranstaltung Fabian Vaucher, Präsident des schweizerischen Apothekerverbandes. Dort werden Menschen in Apotheken seit vergangenem Jahr sogar geimpft. Der Grund: In der Apotheke werden auch Personen erreicht, die selten oder nie zum Arzt gehen. Das politische Ziel der möglichst hohen Impfrate ist mit den Apotheken und ihrer Kompetenz leichter zu erreichen. Überdies dürfen Apotheker den Patienten Diagnosen stellen, das ist in Deutschland dem Arzt vorbehalten. Weitere Ausweitungen der apothekerlichen Kompetenz seien zu erwarten.

JPL

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