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Viele Bürger fühlen sich auf der Arbeit gestresst.

Neun von zehn Arbeitnehmern in Deutschland fühlen sich im Job gestresst.
© Gina Sanders - Fotolia

Fr. 20. Mai 2016

Deutsche leiden unter Stress im Job

Termindruck, schlechtes Arbeitsklima, emotionaler Stress – die Deutschen fühlen sich zunehmend gestresst. Vor allem junge Arbeitnehmer stoßen an ihre Belastungsgrenze. Das sind Ergebnisse der Studie "Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016", für die im Auftrag der Krankenkasse pronova BKK 1.660 angestellte Bundesbürger befragt wurden.

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86 Prozent der Bundesbürger leiden der Umfrage zufolge unter Stress am Arbeitsplatz. Besonders zu schaffen machen den Befragten ständiger Termindruck (38 Prozent), ein schlechtes Arbeitsklima (37 Prozent) und emotionaler Stress (36 Prozent). Überstunden stellen für jeden dritten Arbeitnehmer eine große Belastung dar. Drei von zehn Befragten beklagen eine ständige Erreichbarkeit oder Rufbereitschaften auch nach Feierabend. Besonders gefährdet sind offenbar junge Arbeitnehmer im Alter von 18 bis 39 Jahren. In diesen Altersgruppen fühlen sich 91 Prozent vom Job stark belastet. "Diese jungen Generationen sind von der Flexibilisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt besonders stark betroffen", sagt Dr. Gerd Herold, Arbeitsmediziner der pronova BKK. "Gleichzeitig ist der Job für sie besonders identitätsstiftend, so dass sie vollen Einsatz bringen wollen und dabei die eigenen Belastungsgrenzen häufig zu spät erkennen", erklärt der Experte.

Der Stress auf der Arbeit wirkt sich bei vielen auch körperlich aus. Mehr als zwei Drittel klagen über Verspannungen im Nacken (67 Prozent) oder Rückenschmerzen (63 Prozent). Von Schmerzen in Schultern, Armen oder Händen berichtet jeder Zweite (51 Prozent). Weitere arbeitsbedingte Beschwerden sind Kopfschmerzen, Unruhe und Nervosität, Schlafstörungen und schlussendlich auch Depressionen und Burnout. Arbeitsmediziner Herold empfiehlt, dass Unternehmen neben jungen Angestellten auch Mitarbeiter mit familiären Verpflichtungen in ihren Konzepten zur Gesundheitsförderung besonders berücksichtigen sollten. Dabei gilt es nicht nur Frauen mit Kindern anzusprechen, sondern auch Männer, da diese ebenfalls einen Spagat zwischen Karriere und Familie meistern müssten.

NK

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