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Einige medizinische Behandlungen sind unnötig.

Ein Röntgenbild sollte nur angefertigt werden, wenn ein konkreter Anlass besteht, da der Körper durch die Strahlen belastet wird.
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Mo. 30. Mai 2016

Ärzte warnen vor 10 unnötigen Behandlungen

Manchmal ist weniger mehr – das gilt auch in der Medizin. Auf welche zum Teil sogar risikoreiche Behandlungen Patienten verzichten können, hat die Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM) in einer Liste zusammengestellt.

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  1. Blut- oder Röntgenuntersuchungen ohne Anlass
    Unnötige Routineuntersuchungen haben laut SGAIM keinen zusätzlichen Nutzen für den Patienten und bergen sogar Risiken und Nebenwirkungen. Blut- und Röntgenuntersuchungen sollten daher nie ohne konkreten Anlass durchgeführt werden.
  2. Antibiotika bei Erkältungen
    Unkomplizierte Infekte der oberen Atemwege werden in den meisten Fällen durch Viren verursacht. Dagegen sind Antibiotika wirkungslos.
  3. Zu lange Bettruhe für Senioren
    Ältere Menschen sollten während eines Krankenhausaufenthalts nicht zu lange im Bett liegen. Dadurch verschlechtert sich oft die Gehfähigkeit der Patienten, was wiederum die Dauer des Aufenthalts und auch das Sturzrisiko erhöht.
  4. Schlaf- und Beruhigungsmittel
    Die SGAIM warnt davor, älteren Menschen diese Mittel als erste Wahl bei Unruhe und Schlaflosigkeit zu verschreiben. Das kann Studien zufolge das Risiko für Verkehrsunfälle, Stürze und Hüftfrakturen deutlich erhöhen.
  5. Langzeittherapie mit Protonenpumpenhemmern
    Bei Magen-Darm-Beschwerden werden oft Säurehemmer eingenommen, auch über einen längeren Zeitraum. Die SGAIM empfiehlt, dass die Behandlung regelmäßig überprüft und die Dosis gegebenenfalls verringert werden sollte, da die Medikamente häufig mehr Nebenwirkungen als Nutzen haben können.
  6. Frühes Röntgen bei Rückenschmerzen
    Leidet ein Patient unter unspezifischen Rückenschmerzen, verbessern Röntgen-, CT- und MRT-Untersuchungen innerhalb der ersten sechs Wochen die Diagnose nicht. Die Patienten werden laut SGAIM lediglich unnötiger Strahlung ausgesetzt.
  7. Keine dauerhaften Katheter
    Die SGAIM mahnt, dass Blasenkatheter im Krankenhaus häufig nur aus Bequemlichkeit und ohne konkrete Indikation gelegt werden. Dadurch erhöht sich allerdings das Risiko von gefährlichen Harnwegsinfektionen.
  8. Bluttransfusionen
    Bluttransfusionen bergen Risiken für den Patienten, daher sollte die minimal benötigte Menge nicht überschritten werden.
  9. Röntgen des Brustkorbs vor einer Operation
    Vor einer Operation am Thorax wird häufig ein Röntgenbild erstellt. Laut SGAIM ist das aber unnötig, da das Ergebnis an der medizinischen Behandlung nichts ändert.
  10. Prostata-Screening
    Der Nutzen eines PSA-Screening zur Untersuchung der Prostata ist laut SGAIM unklar, es besteht daher das Risiko einer Überbehandlung. Generell sollte das Screening über 75-Jährigen nicht angeboten werden.

NK

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