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Apotheker und AOK fordern, die Importquote ersatzlos zu streichen.

Bevor ein Apotheker ein Kassenrezept beliefert, muss er prüfen, ob Rabattverträge über die verschriebenen Präparate bestehen oder ob er ein Importpräparat abgeben kann.
© AOK-Mediendienst

Mi. 01. Juni 2016

AOK und Apotheker: Importquote muss weg

In einer gemeinsamen Pressemitteilung fordern der Deutsche Apothekerverband (DAV) und die AOK Baden-Württemberg, die sogenannte Importquote ersatzlos zu streichen. Bislang sind Apotheker dazu verpflichtet, mindestens 5 Prozent ihres Umsatzes mit Fertigarzneimitteln bei gesetzlich krankenversicherten Patienten über Importarzneimittel zu erzielen.

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DAV-Chef Fritz Becker und Christopher Hermann, AOK-Vorstandsvorsitzender in Baden-Württemberg, halten diese Regelung für nicht mehr zeitgemäß. Die Importquote bedeute für Apotheker einen erheblichen bürokratischen Aufwand, sie gefährde die Arzneimittelsicherheit und provoziere in anderen Staaten Lieferengpässe. Zudem schränke die Quote den nötigen Spielraum der Apotheker ein, sich bei der Abgabe gegen einen Import entscheiden zu können. Gegen die Importe spreche auch das aktuelle Preisniveau von Generika. Diese seien in vielen Fällen deutlich preiswerter als importierte Originale. Darüber hinaus seien die Einsparungen gering, die sich über die Importquote erzielen lassen: In 2015 brachten die Rabattverträge den Kassen 3,6 Milliarden Euro – das 30-fache der Importquote.

Auch Hermann fehlt bei der Importquote der Handlungsspielraum: "Der Gesetzgeber sollte die Reimportquote durch sinnvollere Maßnahmen ersetzen und Krankenkassen wie Apothekerverbände die Möglichkeit eröffnen, selbst zu handeln." Die Quote nützte seiner Ansicht nach vor allem den Reimporteuren selbst, reduziere aber Arzneimittelausgaben bei Krankenkassen nur minimal. Hermann weiter: "Die Importquote hat sich lange überholt, wir haben heute sehr viel intelligentere Steuerungsinstrumente." Bereits vor zwei Jahren, beim Deutschen Apothekertag in München, hatte Becker auf die Nachteile der Importquote hingewiesen. Diese sei überproportional häufig an Fälschungen beteiligt, sagte damals der DAV-Vorsitzende (aponet.de berichtete).

dr/PZ/RF

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