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Experten aus der ganzen Welt treffen sich in Südafrika zur Welt-Aids-Konferenz.

In einigen Teilen der Welt nimmt die Zahl der Neuinfektionen mit HIV wieder zu.
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Mo. 18. Juli 2016

Welt-Aids-Konferenz: HIV-Epidemie nimmt kein Ende

Im südafrikanischen Durban beginnt heute die 21. internationale AIDS-Konferenz. Ein besonderes Augenmerk liegt in diesem Jahr auf der Prävention für die Menschen, die besonders stark von HIV betroffenen und oftmals benachteiligt sind.

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Der Kampf gegen HIV und Aids stehe vor einer entscheidenden Weichenstellung, so Silke Klumb, Geschäftsführerin der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH): "Es geht um nichts Geringeres als die Frage, ob wir die Erfolge der letzten 20 Jahre erhalten und ausbauen können. Die Welt braucht dringend diskriminierungsfreie Prävention für alle besonders stark betroffenen Gruppen und eine Verstärkung des internationalen finanziellen Engagements. Auch Deutschland muss dazu noch mehr beitragen." Im Vorfeld der Konferenz haben die Vereinten Nationen bereits Alarm geschlagen: Die HIV-Epidemie drohe trotz der Erfolge der letzten 20 Jahre wieder außer Kontrolle zu geraten. Der Rückgang der Neuinfektionen sei zum Erliegen gekommen. In einigen Regionen steige die Zahl sogar wieder - in Osteuropa und Zentralasien, vor allem in Russland, um 57 Prozent pro Jahr.

"Heroinabhängige Menschen bekommen keine sauberen Spritzen, über Homosexualität darf man nicht einmal öffentlich reden. Die Folgen von Verfolgung und Ausgrenzung sind explodierende Infektionszahlen. Mit Medikamenten allein kann man die Epidemie nicht in den Griff bekommen", betont Klumb. Experten aus der ganzen Welt fordern daher mehr Engagement in der Forschung sowie entschiedene Maßnahmen gegen die HIV-Epidemie. In Deutschland liegt die Zahl der HIV-Neuinfektionen seit Jahren gleichbleibend bei etwa 3.200 Fällen pro Jahr - eine im internationalen Vergleich sehr niedrige Rate. Defizite gebe vor allem beim Testverhalten: Rund 13.200 Menschen in Deutschland wissen laut DAH nichts von ihrer Infektion.

DAH/NK

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