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Fettleibige Menschen haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen.

Fettleibigkeit macht nicht nur krank, sondern häufig auch einsam.
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Do. 22. September 2016

Stark Übergewichtige werden oft ausgegrenzt

Fettleibige Menschen müssen mit vielen Vorurteilen und Diskriminierungen leben. Das zeigt die aktuelle Studie "XXL-Report: Meinungen und Einschätzungen zu Übergewicht und Fettleibigkeit" der DAK-Gesundheit.

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In Deutschland ist jeder vierte Erwachsene zwischen 18 und 79 Jahren adipös. Studien belegen, dass Adipositas als Auslöser für mehr als 60 Begleiterkrankungen gilt. Fettleibige Menschen leiden hierzulande aber nicht nur gesundheitlich. Sie haben darüber hinaus laut DAK-Report mit Ausgrenzung und Stigmatisierung zu kämpfen. Demnach wird leichtes Übergewicht meist noch akzeptiert und zum Teil sogar positiv bewertet. Ganz anders sieht es bei Fettleibigkeit aus: 71 Prozent der Deutschen finden fettleibige Menschen unästhetisch. Findet noch fast jeder Zweite (43 Prozent) dicke Menschen gesellig, trifft das auf Adipöse nur mit 13 Prozent zu. Und: Jeder Achte (15 Prozent) vermeidet sogar bewusst den Kontakt zu ihnen.

"Adipöse Menschen haben in unserer Gesellschaft ein schweres Los. Sie kämpfen gegen Pfunde und Vorurteile", sagt DAK-Vorstand Thomas Bodmer. Deutlich werden Vorurteile auch, wenn es um mögliche Gründe für das starke Übergewicht geht. Fast jeder Zweite (47 Prozent) meint, dass Bewegungsmangel und vieles Sitzen schuld daran seien. 33 Prozent gaben falsche beziehungsweise ungesunde Ernährung an. Auch Fast Food (31 Prozent), Fertigprodukte (23 Prozent) sowie Zeitmangel und Bequemlichkeit (20 Prozent) gelten bei vielen als Auslöser von Adipositas. Hingegen scheinen gesundheitliche Gründe wie Stoffwechselstörungen oder genetische Disposition in der Öffentlichkeit gar keine Rolle zu spielen. "Mit einfachen Schuldzuweisungen Betroffenen gegenüber kommen wir nicht weiter, im Gegenteil", sagt Claudia Luck-Sikorski. Die Professorin für Psychische Gesundheit und Psychotherapie an der Hochschule für Gesundheit in Gera unterstützt die aktuelle Untersuchung und unterstreicht: "Ausgrenzung und Stigmatisierung verschlimmern die Lage der Betroffenen. Sie können wie ein chronischer Stressor wirken, der krank machen kann."

Die Ergebnisse der Studie sind Grundlage für die deutschlandweite Aufklärungskampagne "schwere(s)los". Die DAK-Gesundheit und die Johnson & Johnson Medical GmbH möchten mit der Kampagne und Fotoausstellung über Adipositas aufklären und Vorurteile entkräften.

DAK/NK

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