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Zahlreiche Medikamente, aber auch Impfstoffe und Antibiotika sind in Deutschland zum Teil über Monate hinweg nicht lieferbar.

Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands e.V., kritisierte bei der Eröffnung der expohparm 2016 die anhaltenden Lieferengpässe bei wichtigen Medikamenten.
© Alois Müller

Mi. 12. Oktober 2016

Apotheker fordern: "Lieferengpässe nicht hinnehmen!"

Zahlreiche Medikamente, aber auch Impfstoffe und Antibiotika sind in Deutschland zum Teil über Monate hinweg nicht lieferbar. "Solche Lieferengpässe sind eine enorme Belastung. Zuerst natürlich für den Patienten, aber auch für die Apotheker", mahnt Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands e.V., anlässlich der Eröffnung der pharmazeutischen Fachmesse expopharm am 12. Oktober 2016 in München. Becker fordert die Politik daher auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die ausreichende Versorgung mit Medikamenten sicherzustellen.

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Die Liste der Medikamente, die zeitweise nicht lieferbar sind, sei erschreckend lang. "Für die Apotheken wird es immer schwieriger sicherzustellen, dass aus diesen Lieferengpässen keine Versorgungsengpässe oder gar Notfallsituationen werden", sagte Becker. Dazu gehöre vor allem mehr Transparenz auf dem Weg vom Hersteller zur Apotheke und bessere Rabattverträge mit gesetzlichen Krankenkassen. Ausschreibungen müssten so gestaltet sein, dass mindestens zwei pharmazeutische Anbieter den Zuschlag erhalten. Weiterhin fordert Becker, die überholte Importförderquote abzuschaffen. Durch diese werden Apotheker gezwungen, einen gewissen Anteil aller rezeptpflichtigen Medikamente durch Importe zu decken. Dies erziele nur noch geringe Einsparungen, verursache aber erheblichen bürokratischen Aufwand in der Apotheke und gefährde so die Arzneimittelsicherheit für die Patienten. "Die Zeit, die die Bürokratie der Quote kostet, könnten wir gut in die Betreuung unserer Patienten investieren", sagt Becker.

Auch zur Ausschreibung von Krebsmedikamenten (Zytostatika) äußerte sich der DAV-Vorsitzende mit deutlichen Worten. Die Ausschreibungen, die über den günstigsten Preis vergeben werden und auf die sich Hersteller europaweit bewerben können, seien "patienten- und versorungsfeindlich und müssen daher verboten werden", so Becker. Dadurch werde die flächendeckende Versorgung der Krebspatienten massiv in Frage gestellt. Er fordert daher, dass die freie Apothekenwahl wieder hergestellt wird und die Apotheken für die Herstellung der Krebsmedikamente fair und leistungsgerecht bezahlt werden.

NK

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