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Seit 1. Oktober 2016 hat jeder Patient, der dauerhaft mehr als drei Arzneimittel parallel anwendet, Anspruch auf einen Papier-Medikationsplan vom Arzt.

Seit 1. Oktober 2016 hat jeder Patient, der dauerhaft mehr als drei Arzneimittel parallel anwendet, Anspruch auf einen Papier-Medikationsplan vom Arzt.
© Miriam Dörr - Fotolia

Fr. 14. Oktober 2016

Medikationspläne sind selten vollständig

Selten sind die derzeit üblichen Medikationspläne wirklich vollständig, sagte Professor Dr. Martin Schulz beim diesjährigen Apothekertag in München. Meist fehlt mindestens eines der genommenen Arzneimittel, berichtete der Geschäftsführer für den Bereich Arzneimittel bei der Standesorganisation der Apotheker. Beim Modellprojekt ARMIN ist das anders, konnte die sächsische Apothekerin Susanne Donner darlegen. Sie ist Apothekerin der ersten Stunde bei der Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen (ARMIN) und berichtete von ihren ersten Erfahrungen.

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Wenn Medikationspläne und Medikationsanalysen wirklich vollständig und richtig sein sollen, brauchen sie die kompletten Daten über verordnete und selbst gekaufte Medikamente. Bei ARMIN ist das dadurch gewährt, dass sowohl Ärzte als auch Apotheker, die Krankenkasse und die Patienten den Medikationsplan speisen, und zwar immer in derselben elektronischen Datei. ARMIN ist ein Kooperationsmodell der Apothekerverbände aus Thüringen und Sachsen, der Kassenärztlichen Vereinigung und der AOK plus. Es geht mit seinem Medikationsmanagement weit über das hinaus, was seit Oktober dieses Jahres als Medikationsplan per Gesetz in ganz Deutschland eingeführt wurde.

Das Modellprojekt ARMIN profitiert von einer starken Strukturierung des Betreuungskonzeptes der Patienten. Alle Abläufe sind klar geregelt. Die Bewertung der klinischen Situation des Patienten gehört zur Regel, es gibt eine umfassende Medikationsanalyse.

Wie läuft ARMIN ab? Donner berichtete, zunächst werden Patienten von Arzt oder Apotheke angesprochen. Sobald der Patient sich für das Modell eingeschrieben hat, wird seine gesamte Medikation erfasst und beurteilt. Es folgt ein Gespräch zwischen Arzt und Patient und die Finalisierung des Medikationsplanes. Die Rolle von Arzt und Apotheker sind dabei klar definiert, die Medikationshoheit liegt beim Arzt, Apotheker und Arzt ergänzen sich.

Zwei Ärzte bestätigten bei der Podiumsdiskussion zum Thema Medikationsmanagement das erfolgreiche und reibungslose Miteinander in dem Modelprojekt. Derzeit sind über 500 Ärzte und über 900 Apotheken in Thüringen und Sachsen an dem Projekt beteiligt. Es ist nicht das einzige Modell, in dem Formen von gemeinsamem Medikationsmanagement von Arzt und Apotheker getestet werden. In Nordrhein-Westfalen läuft das Projekt Athina – Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken.

JPL

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