Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Weitere Ursache für Winterdepression gefunden

Aktuelles

Mensch auf Steg blickt über einen See.

Der Lichtmangel im Winter schlägt vielen auf die Stimmung.
© Markus Schieder - Fotolia

So. 18. Dezember 2011

Weitere Ursache für Winterdepression gefunden

Bei verminderter Lichteinstrahlung in den Wintermonaten funktionieren bestimmte Andockstellen für den Nervenbotenstoff Serotonin im Gehirn wesentlich schlechter – ähnlich wie bei Depressionen oder Angststörungen. Diese bisher unbekannte Wirkung des Lichtmangels hat ein Forscherteam von der Universitätsklinik in Wien entdeckt.

Anzeige

Eine entscheidende Rolle für saisonale Verstimmungen kommt dem Botenstoff Serotonin zu, der bisweilen auch als Glückshormon bezeichnet wird. Bisher war bekannt, dass sich je nach Jahreszeit der Transport des Botenstoffs in die Nervenzellen hinein verändert. Die neue Studie zeigt nun einen weitere Auswirkung des Lichts auf die Arbeit des Serotonins: Die Bindungsstellen, über die das Serotonin an Nervenzellen koppelt, arbeiten bei Lichtmangel nicht mehr so effektiv. Das konnten die österreichischen Wissenschaftler bei 36 gesunden Testpersonen mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zeigen.

"Diese Ergebnisse werden durch vorangegangene Studien untermauert", sagt Siegfried Kasper, Leiter der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der MedUni Wien. "So konnten wir zeigen, dass mit einer Lichttherapie bereits nach einer Woche eine Verbesserung der Symptomatik eintritt." Bei Patienten, die moderne Antidepressiva einnehmen, dauere das bis zu drei Wochen länger. Mit dieser Studie sei ein weiterer biologischer Faktor für die sogenannte Winterdepression entschlüsselt worden.

Viele Menschen in gemäßigten oder polaren Klimazonen durchleben in den Wintermonaten, insbesondere bei verminderter Sonneneinstrahlung, psychische und physische Veränderungen. Sie machen sich beispielsweise als Müdigkeit, Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit oder Heißhunger auf Kohlenhydrate und Gewichtszunahme bemerkbar. "In ihrer stärksten Ausprägung werden diese Veränderungen als Winterdepression bezeichnet", erklärt Kasper.

RF/Uni Wien

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Alter beeinflusst Nährstoffe im Blut

Nicht nur die Ernährung beeinflusst, wie gut wir mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt sind.

Blutdruck-Messung beim Arzt oft verzerrt

Offenbar werden zu hohe Werte in der Arztpraxis nicht immer erkannt.

Diese 3 Sportarten verlängern das Leben

Einige Sportarten wirken sich positiver auf die Gesundheit aus als andere.

ASS: Risiken werden überschätzt

Der schützende Effekt des Wirkstoffs auf Krebs und Herzkrankheiten überwiegt.

Zu viel giftiges Blei in Modeschmuck

Verbraucherschützer haben Modeschmuck, Lebensmittel und Waschmittel unter die Lupe genommen.

Cannabis verringert die Hirndurchblutung

Forscher warnen, dass dies die Gefahr für Alzheimer erhöhen könnte.

Lebenserwartung bei Krebs ist gestiegen

Trotzdem ist Krebs nach wie vor die zweithäufigste Todesursache.

Frauen fürchten, dass die Pille dick macht

Viele verwenden stattdessen weniger sichere Methoden zur Verhütung.

Erst Depression, dann kranker Magen

Seelische und körperliche Erkrankungen treten häufig gemeinsam auf.

Warum Aspartam das Abnehmen erschwert

Der Süßstoff ist kalorienfrei, beeinflusst im Tierversuch aber den Stoffwechsel.

Reizdarmsyndrom wegen Gendefekt?

Forscher sind der Ursache für die Krankheit auf den Grund gegangen.

Rückenschmerz: Oft falsch behandelt

Röntgen-, CT- und MRT-Untersuchungen werden oft überbewertet.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen