Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Virus als Waffe gegen Prostatakrebs

Aktuelles

Älterer Mann sitzt auf einer Bank im Grünen

Prostatakrebs zeigt sich meist erst im fortgeschrittenen Lebensalter.
© Janina Dierks - Fotolia

Mi. 27. Februar 2013

Virus als Waffe gegen Prostatakrebs

Ein Virus, das normalerweise bei Vögeln die Newcastle-Krankheit auslöst, eröffnet in leicht veränderter Form neue Möglichkeiten für die Therapie von Prostatakrebs. Während Krebszellen durch das Virus vernichtet werden, bleiben gesunde Zellen unversehrt, berichten US-Forscher.

Anzeige

Der aktuellen Studie zufolge scheint sich das veränderte Vogelvirus gegen jede Art von Prostatakrebs-Zellen zu wenden, selbst jene, die gegenüber Hormonen resistent sind. Das vielversprechende Potenzial des Virus habe sich schon bei verschiedenen Krebsarten in anderen, klinischen Studien gezeigt, berichten die Forscher. Doch seien für eine erfolgreiche Behandlung immer zahlreiche Injektionen mit einer großen Menge an Viren notwendig gewesen. Dies sei wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass das Virus bei bisherigen Studien die Tumore nicht in ausreichender Menge erreicht und sich innerhalb der Tumore nur schwach verbreitet habe, so die Vermutung. Dieses Problem haben die Forscher versucht zu lösen, indem sie die Zielgenauigkeit des Virus verbessert haben. Das neu ausgerichtete Virus greift nur Prostatakrebs-Zellen an, schreiben sie online in der Zeitschrift Journal of Virology.

Damit gehört das Newcastle-Disease-Virus zu der Gruppe von Viren, die so verändert werden können, dass sie sich auf bestimmte Krebszellen konzentrieren. Es besteht die Hoffnung verschiedene Krebsarten in Zukunft mit Hilfe einer solchen Virentherapie bekämpfen zu können. Sollte sich die Hoffnung im Fall des veränderten Newcastle-Virus bestätigen, hätte dies für Männer mit Prostatakrebs gleich mehrere Vorteile. Da normale Zellen unbeeinflusst bleiben, würden viele der Nebenwirkungen einer klassischen Chemotherapie entfallen. Vermeiden ließen sich zudem auch die negativen Auswirkungen, die typischerweise mit einer Hormontherapie einhergehen.

hh

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Zeit für Entspannung kommt oft zu kurz

Das schlägt sich direkt auf das Wohlbefinden nieder, wie eine neue Studie zeigt.

Kopfschmerzen als Warnzeichen

Kopfschmerzpatienten entwickeln häufiger eine Erkrankung der Schilddrüse.

Ist eine Impfung gegen Erkältung möglich?

Forscher testen einen Impfstoff, der gegen über 100 verschiedene Viren wirken soll.

Kranke Leber bleibt oft unentdeckt

Häufig fehlen spezifische Warnzeichen, die auf eine erkrankte Leber hindeuten.

Prostatakrebs: Ist eine Biopsie ausreichend?

Für die Wahl der richtigen Therapie ist eine einzelne Biopsie womöglich nicht genug.

Angst vor öffentlichen WCs keine Seltenheit

Vielen Menschen ist es sehr unangenehm, in Gegenwart anderer auf die Toilette zu gehen.

Ist Einsamkeit eine Frage der Gene?

Dies könnte erklären, warum sich einige Menschen eher einsam fühlen als andere.

Erdbeer-Aroma macht E-Zigarette giftiger

Bestimmte Geschmacksrichtungen sind für die Bronchien besonders schädlich.

Bier verändert die Wahrnehmung

Eine Studie zeigt, wie Alkohol das Verhältnis zu unseren Mitmenschen beeinflusst.

Hörverlust: Häufiger als gedacht?

Frühe Schäden der Ohren lassen sich mit Hörtests oft nicht feststellen.

Die meisten Menschen sind neidisch

Einer Studie aus Spanien zufolge gibt es vier grundlegende Persönlichkeitstypen.

Sonnencreme: Nur ein hoher LSF schützt

Das Krebsrisiko ohne Sonnencreme kann in manchen Fällen geringer sein als mit Sonnencreme.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen