Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Neue Erkenntnisse zu plötzlichem Kindstod

Aktuelles

Auf dem Rücken schlafendes Baby mit Daumen im Mund

Allgemein wird davon ausgegangen, dass eine unsichere Schlafumgebung das Risiko für den plötzlichen Kindstod erhöhen kann. Offenbar gibt es aber noch einen anderen Faktor.
© Gyula Gyukli - Fotolia

Di. 12. November 2013

Plötzlicher Kindstod: Manche Babys anfälliger als andere

Stirbt ein Baby am plötzlichen Kindstod, stellt sich die verzweifelte Frage nach dem Warum. Allgemein wird davon ausgegangen, dass eine unsichere Schlafumgebung das Risiko für den plötzlichen Kindstod erhöhen kann. US-amerikanische Forscher haben jetzt jedoch entdeckt, dass manche Babys offenbar anfälliger sind als andere.

So fanden die Forscher um Hannah Kinney vom Bostoner Children's Hospital heraus, dass bei Babys, die plötzlich, unerwartet und scheinbar grundlos sterben, offenbar Gehirnveränderungen vorliegen, die unabhängig von der Schlafumgebung sind. Diese Veränderungen betreffen chemische Prozesse in einem Bereich des Gehirns, der wichtige Körperfunktionen reguliert. Durch die Veränderungen sei die Kontrolle von Atmung, Herzfrequenz, Blutdruck und Temperatur während des Schlafs beeinträchtigt. Schlafende Babys würden so unter Umständen nicht aufgeweckt, wenn sie zu viel Kohlendioxid einatmeten oder überhitzten. Dies unterscheide sie von Babys, die aufgrund anderer Ursachen sterben, schreiben die Forscher in der aktuellen Dezember-Ausgabe der Fachzeitschrift Pediatrics.

Anzeige

"Sicherlich gibt es auch unsichere Schlafumgebungen, die dazu beitragen können, dass ein Baby stirbt", so Kinney. Deshalb würden die gängigen Empfehlungen für eine sichere Schlafumgebung auch weiterhin gelten, zum Beispiel Babys nicht mit dem Gesicht nach unten in einem Kissen oder nicht mit einer anderen Person zusammen in einem Bett schlafen zu lassen. Dennoch deuten die Ergebnisse darauf hin, dass manche Kinder anfälliger für den plötzlichen Kindstod sind als andere.

Die Wissenschaftler hatten die Daten von 71 verstorbenen Babys aus einem Zeitraum von zwölf Jahren analysiert. Sie ordneten sie abhängig von den Schlafgegebenheiten in drei Gruppen ein: Babys, die in einer sicheren beziehungsweise unsicheren Umgebung unerwartet verstorben waren und Babys mit anderen Todesursachen.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Kopfschmerzen als Warnzeichen

Kopfschmerzpatienten entwickeln häufiger eine Erkrankung der Schilddrüse.

Ist eine Impfung gegen Erkältung möglich?

Forscher testen einen Impfstoff, der gegen über 100 verschiedene Viren wirken soll.

Kranke Leber bleibt oft unentdeckt

Häufig fehlen spezifische Warnzeichen, die auf eine erkrankte Leber hindeuten.

Prostatakrebs: Ist eine Biopsie ausreichend?

Für die Wahl der richtigen Therapie ist eine einzelne Biopsie womöglich nicht genug.

Angst vor öffentlichen WCs keine Seltenheit

Vielen Menschen ist es sehr unangenehm, in Gegenwart anderer auf die Toilette zu gehen.

Ist Einsamkeit eine Frage der Gene?

Dies könnte erklären, warum sich einige Menschen eher einsam fühlen als andere.

Erdbeer-Aroma macht E-Zigarette giftiger

Bestimmte Geschmacksrichtungen sind für die Bronchien besonders schädlich.

Bier verändert die Wahrnehmung

Eine Studie zeigt, wie Alkohol das Verhältnis zu unseren Mitmenschen beeinflusst.

Hörverlust: Häufiger als gedacht?

Frühe Schäden der Ohren lassen sich mit Hörtests oft nicht feststellen.

Die meisten Menschen sind neidisch

Einer Studie aus Spanien zufolge gibt es vier grundlegende Persönlichkeitstypen.

Sonnencreme: Nur ein hoher LSF schützt

Das Krebsrisiko ohne Sonnencreme kann in manchen Fällen geringer sein als mit Sonnencreme.

Stress senkt die Chance auf ein Kind

Neue Studie bestätigt, was schon lange vermutet wurde.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen