Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Oxytocin kann übersensibel machen

Aktuelles

Paar um die 30 im Bett beim Kuscheln

Wenn sich Paare aneinander schmiegen, mischt meist das natürliche "Kuschelhormon" Oxytocin mit. Ein Zuviel des Hormons kann aber auch nach hinten losgehen.
© drubig-foto - Fotolia

Sa. 25. Januar 2014

Oxytocin: zu viel Kuschelhormon macht übersensibel

Das "Kuschelhormon" Oxytocin stärkt soziale Bindungen. Verschreibt der Arzt dieses Hormon Menschen mit Autismus oder Schizophrenie, kann es ihnen helfen, soziale Defizite zu überwinden. Warum gesunde Menschen lieber die Finger davon lassen sollten, haben kanadische Wissenschaftler jetzt herausgefunden.

Anzeige

Es gibt Situationen, die nervös machen und ein mulmiges Gefühl in der Magengegend verursachen. Die meisten Menschen stecken dies relativ leicht weg, jedoch nicht alle. "Manche entwickeln vor einer Dinner-Party oder einem Vorstellungsgespräch große soziale Ängste", sagt Christopher Cardoso. "Viele Psychologen glaubten anfänglich, dass das Hormon Oxytocin eine einfache Lösung dafür sein könnte, solche Ängste zu überwinden." Schließlich hilft es dabei, das Sozialverhalten zu regulieren, indem es zum Beispiel dazu beiträgt, dass wir Gefühle am Gesicht anderer Menschen ablesen können.

Die aktuelle Studie verdeutlicht jedoch, dass hier Vorsicht geboten ist. Ein Zuviel des Kuschelhormons sensibilisiert nicht nur gegenüber den Gefühlen anderer, es kann auch übersensibel machen, wie die Psychologen in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Emotion berichten. "Für Menschen, die keine ernsthaften sozialen Defizite haben, kann das schädlich sein", sagt Hauptautor Cardoso. Zum Beispiel dann, wenn die potenzielle neue Chefin beim Vorstellungsgespräch das Gesicht verzieht, weil sie sich in ihrem Stuhl nicht wohlfühlt, und man glaubt, sie reagiere negativ auf etwas, das man gesagt hat. Oder wenn man in ein freundliches Lächeln auf einer Party viel mehr Gefühle hineininterpretiert, als tatsächlich vorhanden sind, und überreagiert. Dies könne zu großen Problemen führen, betont Cardoso. "Das ist der Grund, warum wir davor warnen, Oxytocin Personen zu geben, die es nicht wirklich brauchen", sagt der Psychologe.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Blutdruck-Messung beim Arzt oft verzerrt

Offenbar werden zu hohe Werte in der Arztpraxis nicht immer erkannt.

Diese 3 Sportarten verlängern das Leben

Einige Sportarten wirken sich positiver auf die Gesundheit aus als andere.

ASS: Risiken werden überschätzt

Der schützende Effekt des Wirkstoffs auf Krebs und Herzkrankheiten überwiegt.

Zu viel giftiges Blei in Modeschmuck

Verbraucherschützer haben Modeschmuck, Lebensmittel und Waschmittel unter die Lupe genommen.

Cannabis verringert die Hirndurchblutung

Forscher warnen, dass dies die Gefahr für Alzheimer erhöhen könnte.

Lebenserwartung bei Krebs ist gestiegen

Trotzdem ist Krebs nach wie vor die zweithäufigste Todesursache.

Frauen fürchten, dass die Pille dick macht

Viele verwenden stattdessen weniger sichere Methoden zur Verhütung.

Erst Depression, dann kranker Magen

Seelische und körperliche Erkrankungen treten häufig gemeinsam auf.

Warum Aspartam das Abnehmen erschwert

Der Süßstoff ist kalorienfrei, beeinflusst im Tierversuch aber den Stoffwechsel.

Reizdarmsyndrom wegen Gendefekt?

Forscher sind der Ursache für die Krankheit auf den Grund gegangen.

Rückenschmerz: Oft falsch behandelt

Röntgen-, CT- und MRT-Untersuchungen werden oft überbewertet.

Abgepackter Salat kann gefährlich sein

Salmonellen breiten sich in der Tüte rasend schnell aus.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen