Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Neue Therapie gegen Atemaussetzer

Aktuelles

Paar im Bett, Mann schläft und schnarcht, Frau ist wach und hält sich die Ohren zu

Schnarchen und nächtliche Atemaussetzer stören nicht nur die Nachtruhe des Partners, sondern belasten auch die Gesundheit des Betroffenen.
© Gina Sanders - Fotolia

Di. 25. Februar 2014

Schlafapnoe: Neue Therapie verhindert Atemaussetzer

Menschen, die unter einer sogenannten obstruktiven Schlafapnoe leiden, könnten von einem neuen System profitieren, das in den Körper eingepflanzt wird, die Atemmuskulatur stimuliert und damit nächtliche Atemaussetzer verhindert. Ein aufwendiges Beatmungssystem wird nicht mehr benötigt.

Anzeige

Schnarchen und nächtliche Atemaussetzer, wie sie bei einer obstruktiven Schlafapnoe auftreten, entstehen, wenn bestimmte Muskeln während des Schlafs erschlaffen. Die Zunge kippt dann in den Rachen und verengt die Atemwege oder verschließt sie sogar. Genau dieses Erschlaffen könnte das neue System verhindern, wie Ärzte der Hals-Nasen-Ohren-Klinik der Universitätsmedizin Mannheim gemeinsam mit Kollegen im medizinischen Fachblatt New England Journal of Medicine berichten. Der vollständig implantierbare "Zungenschrittmacher" stimuliert den Unterzungennerv und damit die Muskulatur der oberen Atemwege. Die für die Atempausen verantwortliche Erschlaffung der Muskulatur wird verhindert. Vor dem Einschlafen werde die Stimulation aktiviert, nach dem Aufwachen am Morgen ausgeschaltet, erläutern die Forscher.

Die Wirksamkeit des Zungenschrittmachers hatten die Wissenschaftler in einer internationalen Studie getestet. Ihre Ergebnisse zeigen, dass sich die obstruktive Schlafapnoe durch die Stimulation deutlich verbessern lässt, und zwar hinsichtlich der Atemaussetzer um 68 Prozent, in Bezug auf die Sauerstoffkonzentration im Blut, die durch häufige Atempausen absinkt, um 70 Prozent. Darüber hinaus stieg bei den Studienteilnehmern die Lebensqualität an und die Tagesschläfrigkeit nahm ab. Die Therapie mit dem Schrittmachersystem sei bereits zertifiziert und in Europa zur Verwendung zugelassen, so die Wissenschaftler. Ende 2013 wurde die Therapie erstmals von Krankenkassen erstattet.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

ASS: Risiken werden überschätzt

Der schützende Effekt des Wirkstoffs auf Krebs und Herzkrankheiten überwiegt.

Zu viel giftiges Blei in Modeschmuck

Verbraucherschützer haben Modeschmuck, Lebensmittel und Waschmittel unter die Lupe genommen.

Cannabis verringert die Hirndurchblutung

Forscher warnen, dass dies die Gefahr für Alzheimer erhöhen könnte.

Lebenserwartung bei Krebs ist gestiegen

Trotzdem ist Krebs nach wie vor die zweithäufigste Todesursache.

Frauen fürchten, dass die Pille dick macht

Viele verwenden stattdessen weniger sichere Methoden zur Verhütung.

Erst Depression, dann kranker Magen

Seelische und körperliche Erkrankungen treten häufig gemeinsam auf.

Warum Aspartam das Abnehmen erschwert

Der Süßstoff ist kalorienfrei, beeinflusst im Tierversuch aber den Stoffwechsel.

Reizdarmsyndrom wegen Gendefekt?

Forscher sind der Ursache für die Krankheit auf den Grund gegangen.

Rückenschmerz: Oft falsch behandelt

Röntgen-, CT- und MRT-Untersuchungen werden oft überbewertet.

Abgepackter Salat kann gefährlich sein

Salmonellen breiten sich in der Tüte rasend schnell aus.

Drogen: Cannabis hilft beim Ausstieg

Marihuana könnte Menschen helfen, von Alkohol und Opioiden loszukommen.

Unter Verstopfung leidet auch die Niere

Eine neue Studie zeigt eine Verbindung zwischen Darm und Niere.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen