Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Schilddrüse wirkt wie Alkohol am Steuer

Aktuelles

Frau um die 50, Brille, kurze, dunkle Haare, Hornbrille, am Steuer, linker Arm auf offenem Seitenfenster, in die Kamera blickend

Auf die Fahrtüchtigkeit kann sich eine Unterfunktion der Schilddrüse offenbar ebenso negativ auswirken wie das Trinken von Alkohol.
© Edler von Rabenstein - Fotolia

Mi. 25. Juni 2014

Autofahren: Schilddrüsen-Unterfunktion beeinträchtigt wie Alkohol

Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann sich offenbar auf die Fahrtüchtigkeit ebenso negativ auswirken wie das Trinken von Alkohol. Dieses ungewöhnliche Ergebnis präsentierten US-Forscher jüngst auf einem Treffen von Endokrinologen in Chicago, USA.

Anzeige

Charles Smith von der Universität Kentucky und dem Veterans Affairs Medical Center in Lexington berichtete, "dass Patienten mit einer Schilddrüsen-Unterfunktion auf einem Fahrsimulator ähnlich schlecht abschnitten wie Fahrer mit einem Blutalkoholspiegel, der über dem in den USA erlaubten Grenzwert lag."

Eine Unterfunktion der Schilddrüse liegt vor, wenn nicht genügend Schilddrüsenhormone gebildet werden. Folgen können beispielsweise leichte Ermüdbarkeit, fehlender Antrieb, depressive Verstimmungen, trockene Haut, Gewichtszunahme oder Kälteempfindlichkeit sein. Auch die Gehirnfunktionen können unter einem Mangel an Schilddrüsenhormonen leiden, so die Forscher. Doch wie dies gehe und ob Betroffene damit noch sicher Auto fahren können, sei bislang noch nicht hinreichend geklärt gewesen.

In ihrer Studie hatten die Wissenschaftler daher untersucht, welche Folgen eine Schilddrüsen-Unterfunktion für das Fahrverhalten von 32 Patienten mit Schilddrüsenkrebs hatte. Diese hatten zur Vorbereitung einer Therapie die Einnahme von Schilddrüsenhormonen kurzzeitig ausgesetzt. In dieser Zeit traten bei den Patienten Depressionen auf und ihre neurologischen Funktionen verschlechterten sich. Das zeigte sich unter anderem darin, dass die Versuchsteilnehmer länger brauchten, um ein Auto im Simulator zu bremsen. Ähnlich schlecht schneiden den Forschern zufolge Fahrer ab, deren Blutalkoholspiegel über 0,082g/100ml liegt. Mit der erneuten Einnahme von Schilddrüsenhormonen verschwanden diese Effekte wieder.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Viele Raucher haben COPD-Symptome

Etwa die Hälfte aller Raucher und Ex-Raucher leidet unter Atemwegsproblemen.

Ernährung: Zeitpunkt spielt eine Rolle

Regelmäßige Mahlzeiten sind ebenso wichtig wie gesunde Lebensmittel.

Abnehmen bessert Schuppenflechte

Eine Gewichtsabnahme wirkt sich sogar langfristig positiv auf die Hautprobleme aus.

Kann ein Herzmittel Alzheimer bremsen?

Das Medikament könnte Ablagerungen in den Hirngefäßen verhindern.

Warnzeichen einer Mandelentzündung

Ohrenschmerzen können gerade bei Kindern auf entzündete Mandeln hindeuten.

PMS: Gruppentherapie bessert Symptome

Kurz vor ihrer Periode fühlen sich viele Frauen müde, gereizt oder sogar depressiv.

Hormon lindert bipolare Depression

L-Thyroxin aus der Schilddrüse bessert offenbar die Stimmungsschwankungen.

Neue HPV-Impfung schützt noch besser

Der Wirkstoff schützt vor 5 weiteren Viren-Typen, die Gebärmutterhalskrebs auslösen.

Hautkrebs mit Vitiligo bekämpfen

Deutsche Forscher beschreiten einen ungewöhnlichen neuen Weg der Krebsbehandlung.

Neues Antibiotikum tötet MRSA

Wissenschaftler suchen weltweit nach Wirkstoffen gegen multiresistente Keime.

Psoriasis-Wirkstoff hilft vielen Patienten

Bei etwa 80 Prozent der Studienteilnehmer gingen die Entzündungen zurück.

Viele besiegen eine Depression

Ein Faktor ist für die Genesung der Patienten besonders wichtig.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen