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Frau um die 60 macht Laufübungen am Barren, hält sich mit beiden Händen jeweils an einer Stange fest. Physiotherapeutin leitet sie an.

Gleichgewichtstrainings sind für Menschen mit Multipler Sklerose besonders wichtig, da die Störung des Gleichgewichts eine häufige Folge ihrer Nervenkrankheit ist.
© Robert Kneschke - Fotolia

Di. 26. August 2014

MS: "Balance Board"-Training verbessert Gleichgewicht

Das Gleichgewicht zu trainieren kann das Sturzrisiko und damit die Verletzungsgefahr von Menschen mit Multipler Sklerose (MS) verringern. Dass dies auch mit einem sogenannten "Balance Board" funktioniert, konnten italienische Forscher jetzt belegen.

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Bei dem "Balance Board" handelt es sich um ein Zubehör für eine Spielkonsole, das aussieht wie eine Körperwaage. Stellt man sich darauf, nehmen Drucksensoren die Bewegungen auf und übertragen sie an die Spielkonsole. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Übungen wie Slalom-Skifahren vor dem Fernseher machen.

Die Forscher hatten nun untersucht, wie sich ein solches Training auf das Gehirn von MS-Patienten auswirkt. Gleichgewichtstrainings sind für sie besonders wichtig, da die Störung des Gleichgewichts eine häufige Folge ihrer Nervenkrankheit, bei der das Immunsystem die Ummantelung von Nervenfasern angreift, ist. Anhand von Hirn-Scans stellten die Forscher fest, dass sich bei den MS-Patienten Hirnregionen, die mit Gleichgewicht und Bewegung zu tun haben, durch die Übungen mit dem "Balance Board" veränderten. Im Blickpunkt der Forscher standen insbesondere Bereiche der weißen Substanz im Gehirn, die für die Leitung von Nervensignalen zuständig sind. Die Veränderungen gingen bei den 27 Studienteilnehmern mit einer besseren Balance bei Gleichgewicht-Tests einher, wie die Forscher online in der Fachzeitschrift Radiology berichten.

Nach Beenden des 12-wöchigen Trainings verschwanden die positiven Effekte jedoch wieder. "Dies legt nahe, dass MS-Patienten ein durchgängiges Training benötigen, um die positiven Auswirkungen im täglichen Leben beizubehalten", sagt der leitende Studienautor Luca Prosperini von der Universität Rom.

HH

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