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Junger Mann umfasst mit zusammengelegten Händen seine Nase und guckt zu Boden

In der Konfrontationstherapie gegen Ängste wird der Patient der gefürchteten Situation ausgesetzt, um zu lernen, besser damit umzugehen. Dadurch lässt die Angst in vielen Fällen nach.
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Sa. 15. November 2014

Phobie: Kuschelhormon lindert Ängste schneller

Ein Spinnen-Foto betrachten, eine lebende Spinne anschauen, eine Spinne auf die Hand nehmen – durch Konfrontation lassen sich Ängste abbauen. Doch der Weg ist oft lang, Rückfälle nicht eingerechnet. Schneller könnte es mit dem Kuschelhormon Oxytocin gehen, wie Forscher jetzt herausfanden.

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Der Botenstoff, der auch angstlösend wirkt, ist demnach hilfreich, wenn es darum geht, Angsterfahrungen zu überschreiben. In einer Studie unter Federführung des Bonner Universitätsklinikums konnte ein Team deutscher und chinesischer Forscher zeigen, dass das Bindungshormon Oxytocin das Angstzentrum im Gehirn hemmt und Furchtreize stärker abklingen lässt. "Oxytocin verstärkt tatsächlich die Extinktion", sagt Studienleiter Prof. Dr. Dr. René Hurlemann. Darunter verstehen Psychologen, wenn eine angsteinflößende Erfahrung, zum Beispiel ein Autounfall, im Gedächtnis aktiv überschrieben wird, man also allmählich wieder lernt, dass nicht jeder quietschende Reifen eine Gefahr bedeutet. Mit Oxytocin klang die Erwartung eines erneuten Angstereignisses im Versuchsverlauf stärker ab als ohne diesen Botenstoff, berichten die Wissenschaftler online im Fachblatt Biological Psychiatry.

Die Forscher hatten die Wirkung von Oxytocin an 62 männlichen Freiwilligen getestet, die über eine Videobrille Fotos gezeigt bekommen hatten. Bei 70 Prozent der Bilder wurde ihnen über Elektroden an der Hand ein sehr kurzer, unangenehmer Elektroschock versetzt. "Auf diese Weise wurden im Gedächtnis der Testpersonen bestimmte Bilder mit einer Angsterfahrung verknüpft", erläutert Hurlemann. Anschließend bekam die Hälfte der Teilnehmer über eine Nasenspray Oxytocin verabreicht, die andere Hälfte ein Placebo. Dann begann die Phase der Extinktion, in der die Testpersonen mehrfach die gleichen Bilder wie zuvor zu sehen bekamen, aber keine Elektroschocks mehr auftraten.

Die Forscher glauben, dass ihre Grundlagenforschung dabei helfen könne, eine neue Ära in der Behandlung von Angststörungen einzuleiten. Mit Hilfe des Oxytocins könnte Angstpatienten schneller geholfen und ein Rückfall besser verhindert werde, so die Hoffnung.

HH

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