Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Blutdruck: Therapie ab 150 mmHg ändern

Aktuelles

Ärztin, ca. 40, misst etwas korpulentem Patienten, ca. Mitte 30, den Blutdruck

Ab welchem Zeitpunkt muss man die Behandlung eines Bluthockdrucks anpassen? Wenn die Werte für den oberen Blutdruck 150 mmHg überschreiten, sagen Forscher.
© Lsantilli - Fotolia

Sa. 07. Februar 2015

Bluthochdruck: Wann es Zeit wird, zu handeln

Bluthochdruck ist weltweit eine der häufigsten Ursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für daraus folgende Todesfälle. Bei der Behandlung stellen sich jedoch Fragen: Ab welchen Blutdruckwerten sollte ein Bluthochdruck-Patient auf neue Medikamente umgestellt, wie schnell sollte die Therapie intensiviert und wann der Blutdruck nochmals kontrolliert und neu bewertet werden?

Anzeige

Wissenschaftler vom Brigham and Women’s Hospital in Boston, USA, identifizierten in einer aktuellen Studie drei Faktoren, die das Risiko erhöhten, innerhalb des Studienzeitraums zu sterben beziehungsweise einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden: Ein oberer Blutdruckwert von über 150 mmHg, eine verzögerte Intensivierung der Therapie und eine verzögerte erneute Überprüfung der Patienten. Dies berichten die Forscher in der Fachzeitschrift The British Medical Journal.

Während die Wissenschaftler bei Personen mit einem oberen Blutdruck zwischen 130 und 150 mmHg keine erhöhte Gefahr für ein Herz-Kreislauf-Ereignis oder einen Anstieg der Todesfälle fanden, stieg die Gefahr zunehmend an, wenn die Werte 150 mmHg überschritten. Aus ihrer Arbeit geht hervor, dass die Behandlung in einem solchen Fall zeitnah intensiviert werden sollte. Verzögerte sich die Umstellung auf eine höhere Dosierung oder der Wechsel zu anderen Medikamente um mehr als 1,4 Monate, erhöhte sich die Zahl der Schlaganfälle und Herzinfarkte sowie der Sterbefälle. Das Risiko für diese Ereignisse erhöhte sich auch für den Fall, dass die Blutdruckwerte erst mehr als 2,7 Monate nach Intensivierung der Therapie erneut überprüft wurden.

Obwohl die Empfehlungen zur Therapie-Intensivierung zwischen zwei und vier Wochen liegen, war die Behandlung bei der Mehrzahl der 88.000 Studienteilnehmer erst nach 1,4 Monaten intensiviert worden. Eine Nachfolgeuntersuchung hatten die meisten jedoch innerhalb des empfohlenen Zeitfensters von 2,7 Monaten erhalten.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

ASS: Risiken werden überschätzt

Der schützende Effekt des Wirkstoffs auf Krebs und Herzkrankheiten überwiegt.

Zu viel giftiges Blei in Modeschmuck

Verbraucherschützer haben Modeschmuck, Lebensmittel und Waschmittel unter die Lupe genommen.

Cannabis verringert die Hirndurchblutung

Forscher warnen, dass dies die Gefahr für Alzheimer erhöhen könnte.

Lebenserwartung bei Krebs ist gestiegen

Trotzdem ist Krebs nach wie vor die zweithäufigste Todesursache.

Frauen fürchten, dass die Pille dick macht

Viele verwenden stattdessen weniger sichere Methoden zur Verhütung.

Erst Depression, dann kranker Magen

Seelische und körperliche Erkrankungen treten häufig gemeinsam auf.

Warum Aspartam das Abnehmen erschwert

Der Süßstoff ist kalorienfrei, beeinflusst im Tierversuch aber den Stoffwechsel.

Reizdarmsyndrom wegen Gendefekt?

Forscher sind der Ursache für die Krankheit auf den Grund gegangen.

Rückenschmerz: Oft falsch behandelt

Röntgen-, CT- und MRT-Untersuchungen werden oft überbewertet.

Abgepackter Salat kann gefährlich sein

Salmonellen breiten sich in der Tüte rasend schnell aus.

Drogen: Cannabis hilft beim Ausstieg

Marihuana könnte Menschen helfen, von Alkohol und Opioiden loszukommen.

Unter Verstopfung leidet auch die Niere

Eine neue Studie zeigt eine Verbindung zwischen Darm und Niere.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen