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Alte Frau sitzt im Garten uaf einem Stuhl und schaut traurig ins Leere, Hände am Kopf zusammengefaltet.

Die Altersdepression ist die meistverbreitete psychische Störung bei älteren Menschen. Sie hat auch einen negativen Einfluss auf den Verlauf von körperlichen Erkrankungen.
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Mi. 27. Mai 2015

Altersdepression: Scheinmedikamente wirken gut

Ältere Menschen mit einer depressiven Störung sprechen bei einer Behandlung mit Medikamenten stark auf Placebo an. Forscher fanden heraus, dass der Schweregrad ihrer Depression dabei keinen Einfluss hat – ganz im Unterschied zu Patienten im Erwachsenenalter.

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Bei Menschen, die unter einer Altersdepression leiden, zeigen Scheinmedikamente eine gute Wirkung. Das zeigt eine Analyse von 19 Studien mit über 5.700 Studienteilnehmern ab 55 Jahren, die Wissenschaftler aus Österreich und den USA durchführten. Der Placebo-Effekt sei unabhängig vom ursprünglichen Schweregrad der Depression gewesen, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Journal of Affective Disorders. Bei Erwachsenen lassen sich laut bisherigen Studien Vorteile der Antidepressiva gegenüber Placebo-Behandlungen nachweisen. Stark depressive Erwachsene sprechen dabei stärker auf Medikamente im Vergleich zum Placebo an – bei älteren Menschen scheint dies anders zu sein. Die aus der Studie gewonnen Erkenntnisse seien für die Behandlung älterer Personen mit depressiven Störungen besonders wichtig, sagt der Psychologe Professor Jens Gaab von der Universität Basel.

So werden derzeit neben psychotherapeutischen Maßnahmen neuere Antidepressiva empfohlen. Aufgrund ihrer Analyse gehen die Forscher allerdings davon aus, dass bei der medikamentösen Behandlung der Altersdepression vor allem die psychische und soziale Unterstützung einen hohen Anteil des Placebo-Effekts erklärt. Bedeutsam sei hier vermutlich die persönliche Zuwendung und dass die Behandlung den Patienten plausibel erscheint – und zwar unabhängig vom Schwergrad der Depression, so Gaab. Daraus folgend schlagen die Forscher vor, bei der Behandlung depressiver älterer Menschen schrittweise vorzugehen: Zu Beginn der Therapie können den Patienten zunächst psychosoziale Maßnahmen angeboten werden. Erst, wenn diese nicht anschlagen, sollten Antidepressiva an die Reihe kommen.

HH

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