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Junger Mann mit weißem Kittel und Schutzbrille schaut durch ein Mikroskop.

Antibiotika-Resistenzen werden zunehmend zum Problem. Die Zahl der Toten soll in den nächsten Jahren beträchtlich ansteigen.
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Di. 02. Juni 2015

Multiresistente Keime in Zukunft gefährlicher als Krebs

Wenn jetzt nichts unternommen wird, könnten im Jahr 2050 weltweit mehr Menschen an antibiotikaresistenten Bakterien sterben als derzeit an Krebs. Davor warnt eine Studie der Berliner Charité im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion, berichtet heute die Berliner Zeitung.

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Der Hochrechnung zufolge könnten dann jährlich zehn Millionen Menschen weltweit an multiresistenten Keimen sterben, vor allem in Asien und Afrika, im Vergleich zu derzeit 8,2 Millionen Krebstoten pro Jahr. Allerdings rechnet die Weltgesundheitsorganisation auch mit einem Anstieg der Krebsneuerkrankungen um 70 Prozent in den kommenden 20 Jahren. In Europa könnte die Zahl von derzeit schätzungsweise 23.000 Todesfällen durch multiresistente Bakterien auf 400.000 pro Jahr steigen.

Laut Analyse der Studienautoren um Privatdozentin Dr. Elisabeth Meyer vom Institut für Umweltmedizin und Hygiene an der Charité bekommt in Deutschland jährlich ein Drittel aller Krankenversicherten ein Antibiotikum verschrieben (38 Millionen Verordnungen), davon 85 Prozent im ambulanten Bereich. Meyer schätzt, dass 30 Prozent aller Antibiotika-Verordnungen in der Humanmedizin unnötig sind. Mindestens genauso problematisch ist der Einsatz der Substanzen in der Tiermast. 2013 wurden hierzulande 1452 Tonnen Antibiotika an Tiere verabreicht. Deutschland zähle damit zu den acht Ländern Europas, in denen in der Tierzucht mehr Antibiotika eingesetzt werden als im Humanbereich, schreibt die Berliner Zeitung.

Als Maßnahmen empfehlen die Studienautoren neben einem grundsätzlich maßvolleren Einsatz der Medikamente ein Verbot bestimmter Antibiotika für Tiere. Außerdem fehle es in Krankenhäusern an Personal, um eine gute Hygiene und Infektionsprävention zu leisten.

dh/PZ

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