Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Diabetes: HbA1c muss nicht unter 8 Prozent

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Paar, ca. 60 Jahre alt, beim Wandern in den Bergen.

Wer seinen Blutzuckerspiegel langfristig gut kontrolliert, senkt damit das Risiko für viele Krankheiten.
© Halfpoint - Fotolia

Mo. 15. Juni 2015

Diabetes: Blutzucker nicht extrem, aber dauerhaft senken

Jeden Tag piksen und messen, immer auf das Essen und regelmäßige Bewegung achten: Nach einer Diabetes-Diagnose ist das Leben nicht mehr so einfach wie zuvor. Aber lohnt sich der ganze Aufwand überhaupt? US-amerikanische Wissenschaftler beantworteten diese Frage mit einem klaren Ja.

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In ihrer Arbeit mit knapp 1.800 Teilnehmern konnten Forscher nachweisen, dass es sich für das Herz-Kreislauf-System von Diabetikern langfristig auszahlt, auf den Blutzucker zu achten. Ist der Blutzuckerspiegel über viele Jahre gut kontrolliert, lasse sich das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche oder eine Amputation um 17 Prozent reduzieren. Dies berichten die Forscher um Rodney Hayward von der University of Michigan in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine. Dazu müsse der HbA1c-Wert, ein Langzeitwert für Blutzucker, aber nicht unbedingt extrem niedrig gehalten werden, so die Forscher. Empfohlen wird für Diabetiker allgemein ein Wert zwischen 6,5 und 7,5 Prozent oder in einer neuer verwendeten Einheit 48 bis 58 mmol/mol, wobei hierfür allerdings auch individuelle Aspekte eine Rolle spielen. In ihrer Arbeit stellten sich die positiven Langzeiteffekte bei einem durchschnittlichen HbA1c-Wert von 8 ein. Für viele Patienten sei es aber auch möglich gewesen, den Wert ohne größere Probleme auf um die 7 abzusenken.

Wichtiger als die Absenkung des Langzeitblutzuckers auf immer niedrigere Werte scheint es der Studie zufolge aber zu sein, die Kontrolle des Blutzuckers mit der Kontrolle anderer Herz-Kreislauf-Risikofaktoren zu kombinieren. Eine wachsende Zahl von Studien deute darauf hin, dass sich für die Herzgesundheit von Diabetikern vier Medikamente bewährten hätten, so die Forscher: Metformin zur Blutzuckerkontrolle, Statine für die Kontrolle von Cholesterin und anderen Blutfettwerten, Blutdruckmedikamente und Acetylsalicylsäure. Sei ein HbA1c-Wert von um die 8 erreicht, müsse die Behandlung individualisiert werden, rät Hayward, abhängig vom Herz-Kreislauf-Risiko aufgrund der persönlichen oder familiären Vorgeschichte, Alter und Lebenserwartung, Rauchen oder Nebenwirkungen von Medikamenten. Welcher HbA1c-Wert für eine Person richtig sei und wann eine Umstellung der Medikamente richtig wäre, müsse zusammen mit dem Arzt entschieden werden.

HH

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