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Arzt sitzt am Krankenhausbett von einem kleinen Mädchen.

Um gefährliche Infektionen zu verhindern, steht bei einer akuten Blinddarmentzündung oft eine Operation an.
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Mi. 17. Juni 2015

Blinddarmentzündung: Antibiotika anstatt OP?

Bei einer Blinddarmentzündung ist eine Operation die Standard-Behandlung. Finnische Forscher untersuchten nun, ob eine Antibiotika-Therapie eine ebenso gute Alternative wäre.

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Ihr Ergebnis besagt: Gleich gut ist sie zwar nicht, als Alternative bei einer unkomplizierten Blinddarmentzündung aber eine Überlegung wert. So benötigten 73 Prozent der 256 Patienten, die über zehn Tage Antibiotika erhalten hatten, innerhalb eines Jahres nach dem Auftreten der Blinddarmentzündung keine OP. Bei den anderen 27 Prozent dieser Gruppe musste der Blinddarm trotzdem entfernt werden, berichten die Forscher um Paulina Salminen von der Turku Universität in der Fachzeitschrift Jama. Bei 273 Patienten, die sich der Operation unterzogen hatten, verlief der Eingriff bis auf einen Patienten ohne Probleme, was einer Erfolgsrate von 99,6 Prozent entspreche. Die Antibiotika-Therapie bleibt damit dem chirurgischen Eingriff, in dessen Verlauf der Wurmfortsatz entfernt wird, bei einer unkomplizierten Blinddarmentzündung deutlich unterlegen.

Trotzdem geben die Forscher zu Bedenken, dass die Blinddarmoperation ein großer chirurgischer Eingriff sei, der Folgen nach sich ziehen könne. Da in ihrer Studie die Mehrheit der Studienteilnehmer, die Antibiotika erhalten hatten, auf diesen Eingriff verzichten konnten, sollten sich Patienten zwischen einer Antibiotika-Behandlung und einer OP entscheiden können, so die Forscher. Weitere Studien sollten sich damit befassen, wie ein komplizierter Verlauf einer Blinddarmentzündung und damit die absolute Notwendigkeit einer Operation frühzeitig erkannt werden kann. Des Weiteren sei es wichtig, die optimale Anwendung von Antibiotika bei unkomplizierten Blinddarmentzündungen weiter zu erforschen.

HH

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