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Ältere Ärztin misst Blutzucker an Fingerbeere bei älterem Patienten; er hat Messgerät in der Hand

Piksen, regelmäßig Blutzucker Messen und Insulin Spritzen gehört für viele Diabetiker zum Alltag.
© Robert Kneschke - Fotolia

Di. 23. Juni 2015

Diabetes: Intelligenter Insulin-Streifen als Alternative zum Piksen

Regelmäßiges Messen und Spritzen gehört derzeit noch zum Alltag von Diabetikern. Doch mit einem neuen Insulin-Streifen, der von US-Forschern entwickelt wurde, ist nun eine Alternative in Sicht. Danach könnten schmerzhafte Insulin-Injektionen bald der Vergangenheit angehören.

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Der Streifen, der etwa die Größe eines Fingernagels hat, kann erhöhte Blutzuckerwerte erkennen und Insulin in den Blutstrom abgeben, wann immer es benötigt wird. "Und das ganz schmerzfrei", berichten die Forscher von der University of Carolina und Kollegen in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Science. Dafür ist der Streifen mit mehr als hundert feinsten Mikronadeln gespickt, die mikroskopisch kleine Bläschen mit Insulin und Enzymen enthalten. Letztere reagieren auf einen Anstieg des Glukose-Spiegels und setzten eine Reaktion in Gang, bei der die Bläschen zerfallen und ihre Hormon-Fracht ins Blut freigeben. Die Wissenschaftler hatten sich bei der Entwicklung der neuen Methode an Zellen der Bauchspeicheldrüse orientiert, die Insulin in kugelförmigen Zellstrukturen speichern und bei Bedarf freigeben.

In Versuchen mit Mäusen hat sich der neue Insulin-Streifen bereits bewährt. Wie die Forscher berichten, habe er bei Mäusen mit Typ-1-Diabetes den Blutzucker für bis zu neun Stunden regulieren können. Dieser stabilisierende Effekt könnte laut den Forschern bei Diabetes-Patienten sogar noch länger anhalten, da Mäuse viel weniger sensibel auf Insulin reagieren als Menschen. Das ganze System könnte zudem individuell auf Gewicht und Insulinsensibilität von Diabetikern zugeschnitten werden, so Professor Zhen Gu, Senior-Autor der Studie. Ihr Ziel sei es, einen Insulin-Streifen zu entwickeln, den Zuckerkranke nur alle paar Tage wechseln müssten, so die Forscher.

HH

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