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Junge Frau, dunkele, längere Locken, braune Decke um die Schultern, Wasserglas und Blisterpackung in der Hand

Paracetamol gehört zu den am häufigsten verwendeten Schmerzmitteln. Die empfohlene Höchstmenge sollte nicht überschritten werden, da es bei einer Überdosierung zu Leberschädigungen kommen kann.
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Mi. 24. Juni 2015

Paracetamol: Einfaches Mittel stoppt Vergiftung

Paracetamol zählt zu den am häufigsten verwendeten, freiverkäuflichen Schmerzmitteln und ist in zahlreichen Fieber- und Erkältungsmitteln enthalten. Eine zu hohe Dosis kann allerdings lebensgefährlich werden. US-Forscher haben jetzt herausgefunden, dass ein ganz einfaches Gegenmittel die Gefahr bei einer Überdosis mindert.

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Das Standard-Gegenmittel, das bei einem Notfall durch eine Paracetamol-Überdosis zum Einsatz kommt, ist das sognannte N-Acetylcystein. Man kennt es auch als Medikament gegen Husten. Es stellt einen Molekül-Baustein bereit, den die Leber zur Entgiftung der gefährlichen Paracetamol-Abbaustoffe in großer Menge benötigt. Bei ihren Studien mit Ratten stellten die Forscher allerdings fest, dass dies nicht immer ausreicht, um den Giftstoff unschädlich zu machen. Während ihrer Entgiftungsarbeit braucht die Leber außerdem einen ausreichenden Vorrat an einem zweiten Hilfsmittel: dem Glutamat. Diese Substanz ist vielen als Geschmacksverstärker in Fertignahrungsmitteln ein Begriff. Aus ihren Ergebnissen folgern die Wissenschaftler, dass Glutamin, das von der Leber zu Glutamat umgewandelt wird, zusammen mit dem bisherigen Gegenmittel die gefährlichen Auswirkungen einer zu hohen Paracetamol-Dosis abwenden könnte. In weiteren Versuchen wollen sie testen, welche Dosierungen dazu nötig sind.

Beim Abbau von Paracetamol entsteht im Körper eine Substanz, die für die Leber giftig ist. Bei einer normalen Paracetamol-Dosis schafft es die Leber, dieses schädliche Stoffwechselprodukt aus dem Körper zu entfernen. Gefährlich wird es jedoch, wenn bei einer hohen Dosis zu große Mengen dieses Giftstoffs anfallen. Das Team von Forschern der Duke Universität in Durham hat nun genau geschaut, wie die Leber versucht, den Stoff unschädlich zu machen und wie man dem Organ dabei helfen könnte. Ihre Ergebnisse veröffentlichte das Fachjournal Journal of Theoretical Biology.

HH

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