Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Schizophrenie häufiger bei Rauchern?

Aktuelles

Mann Ende 20, Business-Kleidung (weißes Hemd, Krawatte, dunkelgraue Hose), sitzt auf Treppe im Freien und raucht

Zigarettenrauch erhöht das Schizophrenie-Risiko, sagen britische Forscher nach Auswertung vieler Studien.
© Milles Studio - Fotolia

Mo. 20. Juli 2015

Erkranken Raucher häufiger an Schizophrenie?

Rauchen gefährdet die Gesundheit – auch die geistige. Denn einer Übersichtsarbeit zufolge haben Zigarettenraucher ein erhöhtes Risiko, eine Schizophrenie zu entwickeln und zwar in jungen Jahren. Das berichten Forscher um Dr. James MacCabe vom King's College in London im Fachjournal The Lancet Psychiatry.

Anzeige

Die Analyse von 61 Studien mit fast 300.000 Teilnehmern zeigte, dass zum Zeitpunkt der ersten klinischen Schizophrenie-Episode 57 Prozent der Betroffenen rauchten. Das Schizophrenie-Risiko bei Rauchern lag etwa doppelt bis dreimal so hoch wie bei Nichtrauchern. Zudem zeigte sich, dass Personen, die täglich rauchen, im Durchschnitt etwa ein Jahr früher erkranken als Abstinente. Dass ein Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und Psychosen besteht, ist schon länger bekannt. So rauchen Betroffene häufiger und mehr als die Durchschnittsbevölkerung.

Ob tatsächlich der Tabakkonsum eine Schizophrenie-Erkrankung auslöst, ist durch diese Studie jedoch nicht belegt. Hier sei weitere Forschung nötig, schreiben die Wissenschaftler. Allerdings ist ein ursächlicher Zusammenhang aus Sicht nicht unwahrscheinlich, da es Hinweise darauf gibt, dass Tabakrauch bestimmte Bereiche im Erbgut aktiviert, die das Risiko für Schizophrenie erhöhen. Außerdem verstärkt der Rauch die Freisetzung von Dopamin im Gehirn, was von Fachleuten mit Schizophrenie in Verbindung gebracht wird.

ch/PZ/RF

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen