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Jüngerer Arzt impft Seniorin (ca. 80)

Bisher muss der Grippeimpfstoff jedes Jahr verändert werden, damit er zu den aktuell kursierenden Viren passt.
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Mi. 22. Juli 2015

Universal-Impfstoff gegen Grippe in Sicht

Die herkömmliche Grippeimpfung, die nur auf ganz bestimmte Virenstämme abzielt, könnte vielleicht bald der Vergangenheit angehören. Forscher tüfteln derzeit an einem Impfstoff, der einen breiten Schutz gegen Influenzaviren gewährleisten soll, und verzeichneten gute Erfolge – zumindest bei Mäusen.

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"Der Grund, warum Forscher die Impfung jedes Jahr verändern, ist, dass sie die Impfung möglichst genau auf die kursierenden Virenstämme abstimmen wollen, zum Beispiel auf H1N1", sagt Dr. Jeffery Taubenberger vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) in den USA. Weiche die Impfung nur ein bisschen von dem zirkulierenden Stamm ab, liefere sie jedoch nur noch wenig Schutz. Für ihre Studie nutzen die Forscher daher nun einen Impfstoff-Cocktail, der auf verschiedene Untertypen eines wichtigen Oberflächenproteins der Grippeviren abzielte: Das sogenannte Hämagglutinin. "Es gibt 16 verschiedene Untertypen des Hämagglutinins, die bei Vögeln zirkulieren und von denen man annimmt, dass sie die Basis für heutige und künftige Grippe-Pandemien sind", erläutert Taubenberger.

Die Forscher wählten für ihren Impf-Cocktail die Subtypen H1 und H3, da diese seit 1918 für die meisten Grippe-Ausbrüche verantwortlich gewesen seien. Hinzu kamen die Subtypen H5 und H7, die für die jüngsten Ausbrüche von Vogelgrippe verantwortlich waren und das Potenzial für eine Pandemie hätten. In einer Reihe von Experimenten zeigte sich, dass 95 Prozent der Mäuse, die mit diesem Cocktail geimpft worden waren, eine Infektion mit acht unterschiedlichen Influenza-Stämmen überlebten. Der Impfstoff wirkte selbst bei Mäusen, die Viren ausgesetzt waren, die als Oberflächenprotein die Varianten H2, H6, H10 oder H11 aufwiesen. "Das lässt vermuten, dass dieser Ansatz tatsächlich einen breiten Schutz liefert", sagt Taubenberger.

HH

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