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Cannabis macht einer Studie zufolge doch nicht krank.

Wie schädlich ist Cannabis für die Gesundheit? Forscher haben das in einer Langzeitstudie untersucht.
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Mo. 10. August 2015

Langzeitstudie: Cannabis macht nicht krank

Wie ungesund ist Cannabis wirklich? Seit Jahren streiten sich Befürworter und Gegner, welche Langzeitfolgen die Droge für Körper und Seele hat. Eine amerikanische Studie kommt jetzt zu einem überraschenden Ergebnis.

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Cannabis verursacht doch keine Depressionen, Psychosen oder Asthma – so lautet das Ergebnis einer Langzeitstudie an amerikanischen Jugendlichen. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Jugendliche, die Cannabis konsumierten, später genauso gesund waren wie Abstinenzler. Ihre Ergebnisse veröffentlichen sie in dem Fachblatt Psychology of Addictive Behaviors. Von dem Ergebnis sind die Forscher selbst überrascht. Eigentlich hatten sie angenommen, vermehrt psychische Krankheiten wie Depressionen und Angststörungen sowie Krebs, Asthma, Atemprobleme, Allergien, Kopfschmerzen und Bluthochdruck zu finden.

Die Forscher befragten für ihre Studie Jugendlichen seit ihrem 14. Lebensjahr halb- oder ganzjährig zu ihrer Gesundheit und ihren Lebensgewohnheiten. Insgesamt 408 junge Männer wurden begleitet, bis sie 36 Jahre alt waren. Faktoren wie illegaler Drogenkonsum, das Rauchen von Zigaretten und der Zugang zu einer Krankenversicherung – in den USA weniger üblich als in Europa – wurden bedacht. Gleichzeitig legten die Wissenschaftler ein Augenmerk auf die gesundheitlichen Unterschiede zwischen schwarzen und weißen Jugendlichen. Auch dieser blieb aus. Die Studie hat jedoch einige Schwächen: Die Forscher untersuchten nur Männer und auch die Einteilung in unterschiedliche "Nutzergruppen" nach deren Konsumhäufigkeit ist schwierig, da sich der Cannabiskonsum über die Zeit verändern kann. Dies beeinflusse das Ergebnis den Forschern zufolge aber kaum.

Mit der Auswertung wollen sie Informationen zur Legalisierungsdebatte liefern. "Aber es ist eine sehr komplizierte Angelegenheit und eine Studie sollte niemals allein betrachtet werden", sagt Forschungsleiter Jordan Bechtold von der University of Pittsburgh.

LF

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