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Eltern glauben oft fälschlicherweise, ihr Kind habe eine Medikamentenallergie.

Einige Menschen reagieren allergisch auf den Wirkstoff eines Medikaments. In diesen Fällen kommen weniger gängige Alternativpräparate zum Einsatz.
© Robert Kneschke - Fotolia

Mo. 17. August 2015

"Medikamentenallergie" bei Kindern ist oft keine

Nur ein kleiner Prozentsatz der Kinder, bei denen Verdacht auf eine Medikamentenallergie besteht, reagiert tatsächlich allergisch. So geben etwa fünf Prozent der Eltern bei der Vorstellung ihres Kindes in deutschen Notaufnahmen an, dass ihr Nachwuchs an einer Medikamentenallergie leide. Aktuellen Studien zufolge entspricht das aber nur selten den Tatsachen.

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Das zeigen etwa die klinischen Erfahrungen von Privatdozent Dr. Hagen Ott vom Kinder-und Jugendkrankenhaus Auf der Bult in Hannover. Bei maximal zehn Prozent der Kinder, bei denen die Eltern eine Medikamentenallergie angeben, könne diese auch tatsächlich nachgewiesen werden, so der Sprecher der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe Arzneimittelallergie der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA). Laut GPA vermuten Eltern zum Beispiel häufig eine Penicillin-Allergie, die in Wirklichkeit aber gar nicht vorliegt.

Die GPA war an der Erstellung der kürzlich erschienenen S2K-Leitlinie "Allergologische Diagnostik von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Arzneimittel" beteiligt. Diese beschreibt die erforderlichen Tests, um die Diagnose zu stellen: allergologische Hauttests, Blutuntersuchungen und Provokationstests, bei denen der vermutete Auslöser unter ärztlicher Aufsicht verabreicht wird. Da die vermuteten Allergien häufig gängige Arzneistoffe betreffen, ist eine abklärende Diagnostik wichtig, um betroffenen Kindern im Zweifelsfall Therapien mit Ausweichmedikamenten zu ersparen. Diese sind unter Umständen nebenwirkungsträchtiger oder haben andere Nachteile gegenüber der Standardtherapie.

am/PZ

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