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Hochspannungsleitungen scheinen den Hormonhaushalt zu beeinflussen.

Ob sich elektromagnetische Wechselfelder negativ auf das Wohlbefinden und Gesundheit auswirken, wird schon lange kontrovers diskutiert.
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Mo. 21. September 2015

Hochspannungsleitungen beeinflussen Schlafhormon

Sind Hochspannungsleitungen schlecht für die Gesundheit? Diese Frage wird schon lange diskutiert – ein Forscherteam hat jetzt herausgefunden, dass sich die Stromleitungen zumindest auf das Schlafhormon Melatonin auswirken.

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Wissenschaftler konnten in ihrer Studie zeigen, dass Kälbchen tatsächlich weniger Melatonin produzieren, wenn sie elektromagnetischen Feldern ausgesetzt sind. Interessanterweise aber nur im Winter, im Sommer verkehrt sich der Effekt sogar leicht ins Gegenteil, berichten sie im Journal Scientific Reports. "Dieser saisonale Effekt des Magnetfeldeinflusses ist eine neue Erkenntnis, die die bisherigen Studien in einem neuen Licht erscheinen lässt. Er könnte auch erklären, weshalb es bislang so uneinheitliche Ergebnisse bei Wiederholungsexperimenten gab", so Studienleiter Prof. Dr. Hynek Burda von der Universität Duisburg-Essen (UDE). Offensichtlich, so die Schlussfolgerung, haben magnetische Wechselfelder einen Einfluss auf die Gesundheit. Dieser ist jedoch deutlich komplexer als bisher angenommen.

Melatonin entsteht nachts in der Zirbeldrüse des Gehirns. Über den Blutkreislauf gelangt es zu fast jeder Zelle des Körpers, wo es viele Funktionen erfüllt: Es steuert den Tag- und Nachtrhythmus und stärkt das Immunsystem. Es soll auch vor Krankheiten schützen, etwa Krebs oder Alzheimer. Vergangene Studien legten bereits einen Zusammenhang zwischen der unterdrückten Melatoninproduktion und dem Auftreten von Kinderleukämie in der Nähe von Hochspannungsleitungen nahe. Eindeutig nachweisbar war dies bislang jedoch nicht: Mal waren die Melatonin-Konzentrationen bei Tieren, die in der Nähe von Hochspannungsleitungen gehalten werden, erhöht, mal erniedrigt und manchmal blieben sie auch unbeeinflusst. Dem ging nun ein internationales Team aus tschechischen, deutschen und belgischen Wissenschaftlern genauer nach. Sie untersuchten dafür den Speichel junger Rinderkälber. "Wir haben uns für Kälber entschieden, weil Bauern bereits seit längerem darüber diskutieren, ob Hochspannungsleitungen die Gesundheit und den Ertrag ihres Milchviehs beeinflussen. Außerdem konnte unsere Arbeitsgruppe schon früher nachweisen, dass Rinder Magnetfelder wahrnehmen", erklärt Burda.

NK

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