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Alle 18 Minuten schaut ein Handybesitzer im Schnitt auf sein Smartphone.

Alle 18 Minuten schauen wir im Schnitt auf unser Smartphone.
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Mo. 28. September 2015

Wie Smartphones zum digitalen Burnout führen

Smartphones machen abhängig, unproduktiv und unglücklich: Das ist das Fazit einer neuen Studie, für die Handy-Nutzungsdaten von 60.000 Personen ausgewertet wurden. Vor allem die ständigen Unterbrechungen für einen kurzen Blick auf das Handy seien schuld daran.

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Rund 300.000 Personen haben mittlerweile die App "Menthal" heruntergeladen, die im vorigen Jahr von Informatikern und Psychologen der Universität Bonn zu Forschungszwecken entwickelt wurde. Die App zeichnet die Smartphone-Nutzung auf und übermittelt die Daten anonymisiert an die Server der Forscher. Die 60.000 Datensätze, die bisher ausgewertet wurden, zeigen: Im Durchschnitt aktivierten die Besitzer 53 Mal am Tag ihr Handy und unterbrechen so alle 18 Minuten die Tätigkeit, mit der sie gerade beschäftigt sind. "Smartphone-Apps funktionieren wie Glücksspielautomaten. Wir betätigen sie immer wieder, um uns einen kleinen Kick zu holen", sagt Alexander Markowetz, Juniorprofessor für Informatik an der Universität Bonn und Autor des Buches "Digitaler Burnout". Dieses Verhalten ziehe sich durch alle Altersgruppen und soziale Schichten. Dramatisch seien dabei besonders die ständigen Unterbrechungen. Sie erlaubten es nie, sich einer Tätigkeit vollauf zu widmen. Die Folgen: Unproduktivität und ein mangelndes Glücksempfinden.

Besonders Jugendliche seien extrem auf ihr Handy fixiert. Die 17- bis 25-jährigen Teilnehmer der Studie nutzten ihr Smartphone noch häufiger, insgesamt drei Stunden. Auch die Wirtschaft habe laut Markowetz noch nicht erkannt, was auf sie zukomme. Es geht Markowetz nicht darum, Smartphones abzuschaffen oder zu verteufeln. "In einem ersten Schritt haben wir die Geräte geschaffen, in einem zweiten müssen wir uns nun gesunde Umgangsformen angewöhnen", so der Forscher. Während es etwa in Fragen der Ernährung eine riesige Auswahl an Diäten gebe, seien zum Umgang mit dem Internet so gut wie keine praktischen Hilfen vorhanden. Die Automatismen könne man durch konkrete Techniken loswerden. Etwa, indem man das Schlafzimmer zur Handy-freien Zone erkläre oder die Regel aufstelle, das Smartphone nur auf einem unbequemen Küchenschemel zu nutzen.

NK

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