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Schlaf stärkt das Immunsystem.

Ein erholsamer Schlaf trägt dazu bei, dass wir seltener krank werden.
© Model Colourbox.de/Pressmaster

Mi. 30. September 2015

Immunsystem: Schlaf stärkt das Gedächtnis der Abwehr

Schlaf hilft uns dabei, neue Erinnerungen abzuspeichern. Forscher um Jan Born von der Universität Tübingen stellen jetzt die These auf, dass es sich dabei nicht nur um das Erinnern handelt, das sich in unserem Kopf abspielt. Auch das Gedächtnis der Immunzellen profitiert von einem guten Schlaf.

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Dass unser Körper schnell und effizient auf Krankheitserreger reagieren kann, denen er schon einmal begegnet ist, hängt unter anderem mit speziellen Zellen des Immunsystems zusammen - den T-Gedächtniszellen. Diese Zellen sind nach einer Infektion noch Monate bis Jahre im Körper vorhanden und scheinen sich die Hauptmerkmale eines Erregers zu merken. Das erlaubt ihnen, einen neuen Angreifer auch dann zu erkennen, wenn er in leicht veränderter Form daherkommt, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Trends in Neurosciences. Schlaf spielt dabei eine wichtige Rolle: Studien haben einen Zusammenhang zwischen der Zunahme solcher T-Gedächtniszellen und den Tiefschlafphasen nach einer Impfung gezeigt. Dies deute den Forschern zufolge darauf hin, dass Tiefschlafphasen die Bildung eines Langzeitgedächtnisses der Abwehrzellen unterstützen.

Es sei denkbar, dass sich das Immunsystem bei fehlendem Schlaf auf die falschen Teile eines Krankheitserregers konzentriere, schreiben die Wissenschaftler. Das könne leicht passieren, da viele Viren in der Lage seien, Teile ihrer Eiweiße zu verändern, um so der Immunabwehr zu entkommen. Seien zu wenige Antigen-erkennende Zellen vorhanden, könnte dies die Abwehr schwächen. Darüber hinaus fördern Hormone, die während des Schlafs freigesetzt werden, die Kommunikation zwischen verschiedenen Abwehrzellen. Bei Schlafentzug könnten einige dieser wichtigen Hormone fehlen, so die Forscher. Dies alles deutet darauf hin, dass ein gesunder Schlaf für das Immungedächtnis immens wichtig ist. Weitere Studien sollten sich nun der Frage widmen, welche Informationen genau während des Schlafs für die Speicherung im Langzeitgedächtnis ausgewählt werden und wie dies genau vor sich geht.

HH

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