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Bisher erhalten nur Patienten mit einer Ausnahmeerlaubnis Cannabis in der Apotheke.

Experten fordern wissenschaftliche Studien, bevor Cannabis als Medikament zugelassen wird.
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Fr. 13. November 2015

Cannabis: Vor der medizinischen Anwendung sind Studien nötig

In der Diskussion über die Legalisierung von Cannabis wird die Grenze zwischen dem Genuss in Freizeit und der medizinischen Anwendung oft verwischt, kritisiert ein US-Pharmakologe. Er plädiert dafür, Cannabis wie jeden anderen Wirkstoff zu behandeln, bei dem einer Zulassung als Medikament handfeste Studien vorausgehen müssen, die Wirkung und mögliche Risiken zeigen.

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In Bezug auf Cannabis seien noch viele Fragen offen, sagt Edward Bednarczyk von der University at Buffalo in den USA, zum Beispiel im Hinblick auf die richtige Dosierung, welche Inhaltsstoffe oder Kombination von Stoffen am besten seien oder bei welchen Krankheitsbildern Marihuana wirke. Das medizinische Potenzial von Cannabis sei nicht zu leugnen. So hilft es gegen Übelkeit, zum Beispiel in Folge einer Chemotherapie, lindert Symptome von Multipler Sklerose, kann Schmerzen verringern und den Appetit steigern. Insgesamt gebe es derzeit jedoch noch zu wenige Studien, so dass manche Risiken noch im Dunkeln liegen, sagt Bednarczyk. Beispielsweise sei es denkbar, dass ein Patient, in dessen Familie Schizophrenie aufgetreten ist, ein höheres Risiko für eine Psychose habe, wenn er Marihuana nutze. Hier sei die Wissenschaft gefragt.

Nach Meinung des Pharmakologen sollte medizinisches Marihuana nicht voreilig auf den Markt gebracht werden. Wie bei jedem anderen Medikament auch, müssten einer Einführung Studien vorausgehen, welche die Sicherheit des Mittels bestätigen. Für den Anfang plädiert er dafür, medizinisches Marihuana neu zu klassifizieren. In den USA listet die Arzneimittelbehörde FDA die Droge derzeit noch in der gleichen Kategorie wie LSD, Heroin und andere Drogen, bei denen die Risiken höher einzuschätzen sind als der Nutzen. Mit dieser Klassifizierung sei es fast unmöglich, Cannabis zu besitzen, geschweige denn daran zu forschen, sagt Bednarczyk.

HH

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