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Cannabis kann weiße Substanz im Gehirn schädigen.

Neue Sorten von Cannabis enthalten einen besonders hohen Anteil des psychoaktiven Wirkstoffs THC.
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Fr. 27. November 2015

Starker Cannabis kann weiße Hirnsubstanz schädigen

Häufig Hasch zu rauchen, besonders solches mit einem sehr hohen THC-Gehalt, schädigt offenbar einen Bereich des Gehirns, der für die Kommunikation zwischen der rechten und der linken Gehirnhälfte wichtig ist. Dies berichtet ein britisch-italienisches Forscherteam im Fachblatt Psychological Medicine.

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Häufiger Konsum von hochwirksamem Cannabis wirkt sich auf die Struktur von Fasern aus, die die weiße Substanz des Gehirns bilden. Das konnten Dr. Paola Dazzan vom King's College London und ihre Kollegen mit Hilfe von bildgebenden Verfahren nachweisen. Sie hatten sich speziell dem sogenannten Corpus callosum gewidmet, der die größte Struktur der weißen Substanz im Gehirn darstellt. Er verbindet die rechte mit der linken Hirnhälfte und ist für die Kommunikation zwischen den beiden Seiten zuständig. Die Veränderungen waren sowohl bei Studienteilnehmern, die eine Psychose hatten, als auch bei jenen ohne Psychose nachweisbar, wie die Forscher berichten. Schon länger sei bekannt, dass die Langzeitnutzung von Cannabis das Risiko für Psychosen erhöhen könne, so die Forscher. Des Weiteren deuteten aktuelle Studien darauf hin, dass Veränderungen von Funktionen und Strukturen im Gehirn für die erhöhte Anfälligkeit verantwortlich sein könnten.

Je mehr Cannabis geraucht werde und je stärker er sei, desto größer sei der Schaden, der daraus entstehe, resümieren die Forscher aufgrund ihrer Ergebnisse. Dies sei besonders bedenklich, da der heute am häufigsten gehandelte Cannabis besonders hohe Mengen der psychoaktiven Substanz Tetrahydrocannabinol (THC) enthalte. Diese Sorte wird auch als skunk-ähnlicher Cannabis bezeichnet. Skunk ist das englische Wort für Stinktier. Der Geruch dieser Sorte soll der intensiv-unangenehmen Duftnote von Stinktier-Sekret ähneln.

HH

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