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Medizinische Notfälle gibt es auch im Flugzeug.
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Mo. 30. November 2015

Checkliste: wichtige medizinische Notfälle im Flugzeug

Auf Flügen kommt es immer wieder zu akuten gesundheitlichen Notfällen. Experten haben jetzt die wichtigsten davon aufgelistet.

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"Befindet sich ein Arzt an Bord?" Mit dieser Frage sind meist brenzlige Situationen verknüpft. Dafür sollten Mediziner ein Stück weit gerüstet sein. Als eine wichtige Voraussetzung gilt die Kenntnis typischer Notfälle im Flieger. Wissenschaftler von der Georgetown University School of Medicine in Washington DC fassten die wichtigsten zusammen:

1. Herzstillstand: Er gehört zwar mit nur 0,3 Prozent Anteil zu den seltenen Notfällen im Flieger. Doch 86 Prozent aller Todesfälle im Flugzeug gehen darauf zurück. Die gute Nachricht: Für Wiederbelebungsmaßnahmen befindet sich in jedem Flugzeug ein externer Defibrillator an Bord.

2. Akutes Koronarsyndrom: Die Häufigkeit einer Verengung wichtiger Blutgefäße geben die US-Forscher mit acht Prozent an. Hier helfen Medikamente wie Acetylsalicylsäure, Nitrat und bei Bedarf auch zusätzliche Sauerstoffgabe.

3. Schlaganfall: Dies betrifft zwei Prozent der Notfälle im Flieger. Verdichten sich die Hinweise auf einen akuten Schlaganfall, empfehlen Experten eine vorzeitige Zwischenlandung, um den Patienten schnell versorgen zu können.

4. Neurologische Störungen: Die Rate von Krampfanfällen und ähnlichem beziffern die US-Forscher auf knapp sechs Prozent. Generell können Flugreisen ein bestehendes neurologisches Leiden verschlimmern

5. Synkopen: Ohnmachtsattacken und Schwächeanfälle gehören mit 37 Prozent zu den häufigsten Notfällen im Flugverkehr.

6. Dyspnoe: Bestehende Lungenerkrankungen können sich durch die Kabinenluft verschlimmern. Generell geht rund jeder zehnte Notfall im Flieger mit Atemproblemen einher.

7. Akute Infektion: Besteht der Verdacht auf eine ansteckende Erkrankung, sind Hygieneregeln umzusetzen. Zum Schutz der anderen Fluggäste kann eine (weitgehende) Isolation des erkrankten Passagiers erforderlich sein.

8. Trauma: Turbulenzen führen nicht selten zu leichteren Verletzungen; durch Kühlung oder schmerzlindernde Maßnahmen behandelbar. Kopf-Traumata erfordern hingegen regelmäßige "Kontroll-Checks", um Folgekomplikationen nicht zu übersehen.

9. Psychiatrischer Notfall: Als mögliche Auslöser für psychische Störungen, die 3,5 Prozent der Notfälle an Bord ausmachen, gelten: lange Wartezeiten vor dem Flug, verschärfte Sicherheitsmaßnahmen, Verspätungen, beengte Raumverhältnisse und Alkoholkonsum.

Generell gilt: Wird ein Notfall als lebensbedrohlich eingeschätzt, sind Absprachen über eine außerplanmäßige Landung mit Verantwortlichen der Crew und gegebenenfalls mit beratenden Flug- und Notfallmedizinern am Boden erforderlich.

PEF

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