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Implantat könnte gegen trockenes Auge helfen.

Stundenlange Arbeit am Bildschirm kann dazu beitragen, dass nur noch ein unzureichender Tränenfilm entsteht.
© sepy - Fotolia.com

Fr. 11. Dezember 2015

Trockenes Auge: Winziges Implantat sorgt für mehr Tränenflüssigkeit

Wissenschaftler haben ein extrem kleines Gerät entwickelt, mit dessen Hilfe die Tränenproduktion elektronisch angeregt werden kann. Dieses könnte in der Zukunft all jenen Erleichterung verschaffen, die unter dem sogenannten trockenen Auge, einer Benetzungsstörung des Auges, leiden.

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Bei dem Gerät handelt es sich um ein kleines Stäbchen von lediglich 16 Millimetern Länge, 3 bis 4 Millimetern Breite und 1 bis 2 Millimetern Dicke. Wurde dieses Stäbchen bei Kaninchen nahe der unteren Tränendrüse des Auges implantiert, sorgte es nach seiner Aktivierung dafür, dass sich die Tränenproduktion um fast 57 Prozent steigerte. Dies berichtet das Forscherteam aus den USA und Korea in der Fachzeitschrift Journal of Neural Engineering. Im Versuchsverlauf machten die Forscher eine weitere Entdeckung: Noch effektiver als die Stimulation der Tränendrüse war es, bestimmte Nervenbahnen zu stimulieren, die einen Tränenreflex auslösen. Für die Forscher war dies überraschend. "Ursprünglich hatten wir lediglich geplant, die Tränendrüse zu stimulieren", sagt Professor Daniel Palanker von der Stanford University, der sich schon seit etwa einem Jahrzehnt mit Schnittstellen zwischen Nerven und elektronischen Schaltungen befasst.

In einer nächsten Phase wollen die Wissenschaftler die Qualität des Tränenfilms untersuchen, denn nicht nur die Flüssigkeitsmenge, sondern auch ihr Anteil an Proteinen und Fetten sei wichtig. Derzeit werde das Gerät in klinischen Studien getestet. Die Forscher hoffen, dass es vielleicht schon im kommenden Jahr Menschen helfen könnte, die unter dem trockenen Auge leiden. Dabei handelt es sich um eine weit verbreitete Augenkrankheit, bei der der Tränenfilm, der die Augenoberfläche normalerweise überzieht, gestört ist. Entzündungen der Horn- und Bindehaut können die Folgen der schlechten Benetzung sein.

HH

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