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Singen hat eine positive Wirkung auf Babys.

Ein Schlaflied hat auf Babys offenbar eine bessere Wirkung als eine Gute-Nacht-Geschichte.
© golovianko - Fotolia

Do. 24. Dezember 2015

Singen beruhigt Babys länger als Reden

Still, still, still, weil's Kindlein schlafen will – das wünschen sich frischgebackene Eltern nicht nur in der Weihnachtszeit. Dass Lieder tatsächlich eine beruhigende Wirkung haben, bestätigten nun kanadische Forscher. Ihrer Studie zufolge beruhigt Singen Babys länger als Reden – ganz egal, in welcher Sprache geträllert wird.

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Bekamen Babys ein Lied in einer für sie fremden Sprache vorgesungen, blieben sie für etwa neun Minuten ruhig. Wurde mit ihnen gesprochen, hielt die Ruhe nur etwa halb so lange an. Das berichtet Mariève Corbeil, Erstautorin der Studie, gemeinsam mit Kollegen von der University of Montreal in der Fachzeitschrift Infancy. Ein Lied in einer vertrauten Sprache, in diesem Fall Französisch, zeigte einen ähnlichen Effekt: Die Kinder blieben sechs Minuten ruhig. Damit habe sich die beruhigende Wirkung von Musik bestätigt, vor allem von Kinderliedern, die den Forschern zufolge dem Bedürfnis nach Einfachheit und Wiederholung entsprechen. Besonders in der westlichen Welt sei es jedoch üblich, dass Mütter häufiger mit ihren Kindern reden als ihnen etwas vorzusingen. Damit entgehe ihnen den Forschern zufolge eine einfache Möglichkeit, positiv auf die Gefühle ihres Kindes einzuwirken.

Die Studie belegt, dass sich auch Kleinkinder offenbar schon von Musik gefangen nehmen lassen. Bei Erwachsenen und älteren Kindern erkenne man dies daran, dass sie mit den Füßen wippen, dem Kopf nicken oder den Fingern trommeln. Babys hingegen bewegen sich zwar nicht zu Musik, werden von den Melodien aber trotzdem beeinflusst. Für ihren Versuch hielten sich Eltern mit ihren Babys in einem sterilen Raum mit gedimmtem Licht und ohne Spielzeug auf. Die Eltern saßen im Rücken des Babys, damit es nicht durch ihre Anwesenheit beeinflusst werden konnte. Die Musik oder das Gesprochene wurde als Aufnahme vorgespielt. Der Versuchsleiter stoppte die Aufnahme erst dann, wenn die Babys ein typisches Schlechte-Laune-Gesicht machten: Augenbrauen runter, die Mundwinkel zu den Seiten gezogen, geöffneter Mund und gehobenes Kinn.

HH

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