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Forschern sind der Heilung von Aids einen Schritt näher gekommen.

Deutschen Forschern ist es gelungen, infizierte menschliche Zellen von HIV zu befreien.
© Alexander Raths - Fotolia

Mi. 24. Februar 2016

AIDS: Forscher entfernen HI-Viren aus Erbgut

Dank virenhemmender Medikamente kann die Immunschwächekrankheit AIDS mittlerweile besser behandelt werden als noch vor wenigen Jahrzehnten. Heilbar ist sie jedoch noch nicht. Jetzt vermeldeten deutsche Wissenschaftler einen Erfolg, der eine Heilung in greifbare Nähe rücken könnte.

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Hoffnungsträger ist eine von Wissenschaftlern des Heinrich-Pette-Instituts (HPI) und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden entwickelte Designer-Rekombinase (Brec1). Bei einer Rekombinase handelt es sich um ein Enzym, mit dessen Hilfe sich bestimmte Abschnitte aus dem Erbgut entfernen lassen, indem ein DNA-Strang gezielt aufgetrennt und neu verknüpft wird. Die von ihnen entwickelte Brec1-Rekombinase sei in der Lage gewesen, fast alle bisher bekannten klinisch relevanten HI-Viren ohne erkennbare Nebeneffekte aus infizierten menschlichen Zellen zu entfernen, berichten die Forscher, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature Biotechnology veröffentlicht wurden.

Zwar seien bisherige Medikamente in der Lage, die Vermehrung des HI-Virus effektiv zu unterdrücken. Das in das Genom der Zellen integrierte HIV-Erbgut, das sogenannte Provirus, bleibe jedoch erhalten, so die Forscher. "Nur eine komplette Entfernung des HIV-Provirus aus dem Genom der Patienten kann zu einer vollständigen Heilung der Infektion führen", erklärt Professor Joachim Hauber, Leiter der Abteilung Antivirale Strategien am HPI. Bisherige Ansätze, die Erbinformation der Viren mit diesen und anderen Methoden aus dem Erbgut der Wirtszellen herauszuschneiden, seien nur wenig effizient gewesen oder hätten zu unerwünschten Nebeneffekte geführt. Nicht so bei der neuen Brec1-Rekombinase - und das lässt hoffen: "Die Ergebnisse stellen die Grundlage für erste klinische Studien zur Heilung von HIV-Patienten dar, die in absehbarer Zeit in Hamburg durchgeführt werden sollen", sagt Hauber.

HH

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