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Anzeichen einer Mandelentzündung sind nicht nur Halsschmerzen.

Bei Verdacht auf eine Mandelentzündung sollte der Kinderarzt zur Rate gezogen werden.
© goodluz - Fotolia

Mi. 22. Juni 2016

Hinter Ohrenschmerzen kann eine Mandelentzündung stecken

Bei einer Entzündung der Mandeln oder des Rachens können auch die Ohren schmerzen. "Gerade Kinder können bei einer Halsinfektion manchmal nicht differenzieren, woher die Beschwerden genau kommen. Hinzu kommt, dass bei einer schweren Infektion die Schmerzen tatsächlich auf die Ohren ausstrahlen können", erklärt Dr. Matthias Lohaus, Berliner Landesvorsitzender vom Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte.

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Bei einer Mandelentzündung ist die Schleimhaut dieser Halsregionen deutlich gerötet. Betroffene Kinder sind oft blass und haben Fieber. Sind die Gaumenmandeln belegt oder ist das Zäpfchen sehr geschwollen, ist meist eine antibiotische Behandlung angeraten. "Um den erkrankten Kindern das Schlucken zu erleichtern, darf auch ein Ibuprofen-Saft zur Schmerzlinderung eingesetzt werden. Weiter sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und weiche Speisen geachtet werden", empfiehlt der HNO-Arzt. Das Kind darf wegen der Ansteckungsgefahr nicht in den Kindergarten oder in die Schule gehen. "Abgesehen davon, sind ein paar Tage Ruhe zur Erholung des geschwächten Immunsystems aber sowieso ratsam. Wie lange der Patient zu Hause bleiben soll, wird der HNO-Arzt oder Kinderarzt von Fall zu Fall entscheiden", so Dr. Lohaus weiter.

Nicht bei jeder Mandelentzündung muss sofort operiert werden. Mehrere Fachgesellschaften von Kinder- und HNO-Ärzten haben sich jüngst auf neue Therapie-Empfehlungen (aponet.de berichtete) verständigt. Die Entscheidungsgrundlage für oder gegen eine Operation ist die Zahl von Halsschmerz-Episoden in den letzten 12 Monaten. Bei weniger als drei Episoden raten die Leitlinien von einer Operation ab. "Bei mehrfach wiederkehrenden Mandelentzündungen hat sich die Mandelentfernung bewährt", sagt Prof. Jochen Windfuhr, Chefarzt am Krankenhaus Maria Hilf, Mönchengladbach, der die Leitlinie mitentwickelt hat. Sie sei aber keine Notoperation: "Nur in besonders schweren Fällen sollte die Operation zügig erfolgen", empfiehlt der Experte. Bei moderaten und milden Formen rät er dazu, zunächst ein halbes Jahr abzuwarten. Nur wenn in dieser Wartezeit weitere Entzündungen trotz wiederholter Antibiotikumtherapie auftreten, sei die Mandelentfernung der bessere Weg.

BVHNO/NK

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