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Zwei Biomarker geben Hinweise auf das Herz-Risiko einer Person.

Forscher haben zwei Biomarker identifiziert, die eine genaue Auskunft über das Herzinfarkt-Risiko liefern könnten.
© Andrea Hegdahl Tiltnes/NTNU

Fr. 01. Juli 2016

Bluttest sagt Herzinfarkt-Risiko voraus

Bluttests, bei denen unter anderem die Werte für Triglyceride und Cholesterin gemessen werden, dienen schon jetzt dazu, das Risiko für Herzkrankheiten abzuschätzen. Norwegische Forscher haben nun neue Biomarker gefunden, die diese Vorhersagekraft noch besser machen.

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Es handelt sich dabei um besonders kleine RNA-Moleküle, sogenannte zirkulierende microRNA. 179 davon fanden die Forscher in Blutproben von Studienteilnehmern der Nord-Trøndelag Health Study 2, von denen einige im Studienzeitraum an einem Herzinfarkt verstorben waren. Durch die Messung von fünf verschiedenen microRNA in Kombination mit traditionellen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren die Forscher in der Lage, Risikopatienten für einen Herzinfarkt viel präziser zu identifizieren, sagt die Erstautorin der Studie, Anja Bye von der Norwegian University of Science and Technology (NTNU).

Die neuen Biomarker könnten helfen, das Herz-Risiko einer Person mit größerer Genauigkeit vorherzusagen, schreiben die Forscher im Fachblatt Journal of Molecular and Cellular Cardiology. Schon jetzt gebe es Risiko-Rechner, die aufgrund von Blutfettwerten, BMI, Raucherstatus und Blutdruck das individuelle Herzinfarkt-Risiko berechnen, sagt Bye. Allerdings lasse sich anhand dieser Kalkulatoren nur ein Teil der tatsächlichen Herzvorfälle erklären. Im Hinblick auf Herzinfarkte werde geschätzt, dass 15 bis 20 Prozent der Betroffenen keinen der traditionellen Risikofaktoren besaßen. In den vergangenen Jahren sei deshalb nach neuen Biomarkern gesucht worden. Durch das Hinzufügen von Entzündungswerten oder des Diabetes-Markers HbA1c habe sich die Vorhersagekraft schon optimieren lassen, doch gebe es noch immer Bedarf an neuen Biomarkern, um die Genauigkeit noch weiter zu verbessern, so die Forscher.

Für alle Biomarker-Studien gelte, dass die Ergebnisse in weiteren Studien wiederholbar sein müssten, um nachzuwiesen, wie gut die Biomarker funktionieren und ob er sich für die Nutzung im klinischen Alltag eignen. Deshalb haben die Forscher schon eine neue Studie initiiert, mit der sie das Potential der microRNA weiter testen wollen.

HH

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