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Die Stimulation eines Hinnervs lindert die Beschwerden bei Arthritis.

Rheumatoide Arthritis wird derzeit vor allem mit Medikamenten, Physio- und Ergotherapie behandelt.
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Di. 05. Juli 2016

Elektrische Impulse lindern rheumatoide Arthritis

Einem Team internationaler Forscher ist es gelungen, die Symptome von rheumatoider Arthritis zu lindern, indem sie den Vagusnerv bei Patienten mit einem implantierten bioelektronischen Gerät stimulierten. Dies könnte auch für andere chronisch entzündliche Krankheiten hoffen lassen.

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Wie die Forscher im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) berichten, reagierten viele der 17 Patienten mit aktiver rheumatoider Arthritis gut auf die elektrische Stimulation des Vagusnervs. Den Patienten war zuvor das kleine Gerät implantiert und in bestimmten Abständen aktiviert und deaktiviert worden. Nach 42 Tagen hatten die Forscher die Krankheitsaktivität kontrolliert und Entzündungswerte im Blut gemessen. Einige Studienteilnehmer hatten zuvor auf keine Therapie angesprochen, auch nicht auf verschiedene Biologika.

Der Vagusnerv ist Teil des autonomen Nervensystems und an der Regulierung von Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Darüber hinaus spielt er den Forschern zufolge bei einem Entzündungsreflex eine wichtige Rolle. Schon frühere Arbeiten mit Tieren hätten gezeigt, dass Entzündungen zurückgehen, wenn man auf diesen Entzündungsreflex abziele, sagt Professor Paul-Peter Tak von der University of Amsterdam. Der direkte Zusammenhang zwischen der Vagusnerv-Stimulation und der Unterdrückung verschiedener Entzündungsprozesse sowie dem Rückgang der Beschwerden bestätige das. Dies könne auch für andere Krankheiten wie Morbus Crohn, Parkinson oder Alzheimer relevant sein, bei denen Entzündungen eine Rolle spielen, so Tak. Eine Therapie mit elektrischen Impulsen könne eine Alternative werden zur derzeit gängigen Behandlungsformen mit starken und teuren Medikamenten, hoffen die Forscher.

HH

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