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Forscher haben untersucht, ob es sich mit leerem Magen besser lernt.

Funktioniert unser Gehirn besser, wenn wir Hunger haben? Dieser Frage sind Wissenschaftler jetzt nachgegangen.
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Fr. 12. August 2016

Lernt es sich mit leerem Magen besser?

Ein voller Bauch studiert nicht gern – dieses Sprichwort kennt wohl jeder noch aus der Schulzeit. Aber funktioniert das Gehirn besser, wenn wir hungrig sind? Das haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie jetzt untersucht.

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Mehrere Studien haben bereits bewiesen, dass das Hunger-Hormon Ghrelin bei Mäusen und Ratten die Denkleistung verbessert, vor allem auf dem Feld des räumlichen Lernens. Ghrelin steuert unter anderem das Hunger- und Sättigungsgefühl - steigt der Ghrelin-Spiegel im Körper, verspüren wir also Appetit. Bisher war nur sehr wenig darüber bekannt, ob und wie Ghrelin auch beim Menschen die kognitiven Leistungen beeinflusst. Forscher um Professor Axel Steiger vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie haben das nun erstmals getestet. Das Ergebnis: Ob hungrig oder nicht – beim Menschen macht das in Bezug auf die Denkleistung offenbar keinen Unterschied. Das berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin NeuroImage.

Für die Studie bekam eine Gruppe gesunder Männer das Hormon Ghrelin verabreicht, bei einem weiteren Termin nur ein Placebo. Welche Substanz jeweils im Spiel war, wussten weder die Studienteilnehmer noch die Forscher. Anschließend mussten sich die Männer bestimmte Begriffe merken und wurden am nächsten Tag gefragt, wie viel sie sich behalten hatten. Es zeigte sich: Es gab keinerlei Unterschiede zwischen Ghrelin und dem Placebo. Das Hunger-Hormon scheint also kein Wundermittel zu sein – zumindest nicht für den Menschen.

Verwunderlich sei das Ergebnis nicht, so die Forscher. In der Tierwelt gehört zur Nahrungsaufnahme schließlich deutlich mehr als nur der Griff in den Kühlschrank: Nahrung in ausreichender Menge finden, horten, verteidigen und zu einem passenden Zeitpunkt konsumieren – das fällt zumindest im Tierreich in die Kategorie der kognitiven Höchstleistungen. Daher verwundere es nicht, dass Hormone, die den Energiehaushalt bei Tieren steuern, auch in Denkprozesse eingreifen.

NK

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