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Blätter und Blüten der Kapuzinerkresse sind essbar. Die Pflanze unterscheidet sich deutlich von der bekannten Gartenkresse.

Blätter und Blüten der Kapuzinerkresse sind essbar. Die Pflanze unterscheidet sich deutlich von der bekannten Gartenkresse.
© DIfE

Mo. 17. Oktober 2016

Senföle: Kresse und Meerrettich bessern Zuckerstoffwechsel

Schon länger ist bekannt, dass die Inhaltsstoffe der Kapuzinerkresse antibakterielle Eigenschaften besitzen. Einer neuen Studie zufolge könnten sie auch antidiabetisch wirken und Enzyme des Entgiftungsstoffwechsels aktivieren.

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Senfölverbindungen aus Kapuzinerkresse werden im Körper in Senföl umgewandelt, das innerhalb der Zellen die Signalwege des Botenstoffs Insulin verändert. Das beobachteten Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) und des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) in Versuchen mit menschlichen Zellkulturen. Ebenso verringerte das Senföl in den untersuchten menschlichen Leberzellen die Produktion von Enzymen, die für die Zuckerneubildung notwendig sind. "Hieraus schließen wir, dass Senföl auch in der Leber die Zuckersynthese vermindert", sagt Studienautorin Valentina Guzmàn-Pérez vom DIfE. "Dies ist ein sehr wichtiges Ergebnis, da hinsichtlich einer Diabeteserkrankung eine überschießende, körpereigene Zuckerproduktion zu erhöhten Blutzuckerspiegeln führen kann." Ein weiteres interessantes Ergebnis sei, dass das Senföl auch Schutzmechanismen gegen oxidativen Stress aktiviere, indem es die Produktion von Enzymen des zellulären Entgiftungsstoffwechsels stimuliere, so die Wissenschaftlerin.

"Sicher ist es noch zu früh, um zu sagen, inwieweit der Verzehr von Kapuzinerkresse dazu beitragen kann, den Zuckerstoffwechsel von Menschen mit Typ-2-Diabetes zu verbessern oder der Erkrankung vorzubeugen", sagt Studienleiter und Diabetologe Andreas Pfeiffer vom DIfE. Doch trügen ihre Ergebnisse dazu bei, die molekularen Mechanismen, die der antidiabetischen Wirkung von Senfölen zugrunde liegen, besser zu verstehen.

Neben der Kapuzinerkresse enthalten auch die eng mit ihr verwandten Kreuzblütler Senföle, chemisch gebunden als Senfölglykoside. Hierzu gehören beispielsweise Senf, Brokkoli, Pak Choi, Radieschen oder Meerrettich. Die scharf schmeckenden oder streng riechenden Senfölverbindungen dienen den Pflanzen zum Schutz vor Pflanzenfressern. Aus der Naturheilkunde sei lange bekannt, dass Senfölverbindungen aus Meerrettich und der essbaren Großen Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) antibakterielle Eigenschaften besitzen, schreiben die Forscher. Seit kurzem gebe es allerdings auch wissenschaftliche Hinweise auf antidiabetische Effekte dieser bioaktiven Pflanzeninhaltsstoffe.

HH

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