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Bis ins hohe Alter geistig fit: Medikamente können helfen, die Denk- und Merkfähigkeit bei einer Alzheimer-Erkrankung zu verbessern.
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Mi. 27. Juli 2011

Alzheimer: IQWiG bewertet Wirkstoffe neu

Kapseln mit dem Wirkstoff Galantamin und Rivastigmin-haltige Pflaster scheinen den Abbau geistiger Fähigkeiten bei Alzheimer-Patienten leicht zu verzögern.

Zu diesem Schluss kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einem vorläufigen Bericht. Für Rivastigmin spricht das IQWiG von Hinweisen, für Galantamin von Belegen. Allerdings gebe es keine Daten zum Einfluss auf die Lebensqualität oder die Notwendigkeit einer vollstationären Pflege.

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Bereits 2007 hatte das IQWiG eine Nutzenbewertung einer anderen bei Alzheimer eingesetzten Wirkstoffklasse, den sogenannten Cholinesterasehemmern, vorgenommen. Zu diesen gehören die Wirkstoffen Donepezil, Galantamin und Rivastigmin. Zum Wirkstoff Galantamin gab es nun weitere Studiendaten, während Rivastigmin in der Zwischenzeit als Pflaster auf den Markt kam.

So belegen die neuen Studiendaten zu Galantamin, dass Patienten mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz von einer höheren Dosis profitieren, da sich Denk- und Merkfähigkeit verbessern. Auf andere Symptome wie Depressionen und Unruhe sowie den Erhalt der Alltagsfähigkeiten hatte Galantamin dagegen keinen signifikanten Einfluss. Eine Studie über zwölf Monate konnte nicht zeigen, dass eine länger als sechs Monate anhaltende Therapie einen Nutzen hat. Insgesamt zeigten die Studien, dass die Patienten häufiger unter Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall litten als Patienten in der Placebogruppe.

Bei den Rivastigmin-Pflastern fanden die IQWiG-Prüfer im Allgemeinen keine Belege für eine Verbesserung der kognitiven und alltagspraktischen Fähigkeiten. Nur in der höheren Dosierung (einmal täglich ein 10 cm2-großes Pflaster) deutete sich bei Patienten unter 75 Jahren ein Nutzen an. Die Ergebnisse sind laut IQWiG allerdings nicht belastbar. Ob das Pflaster der Rivastigmin-Tablette über- oder unterlegen ist, konnte das IQWiG nicht sagen. Das Institut warnt vor Nebenwirkungen: Übelkeit und Erbrechen traten unter der höheren Dosierung häufiger auf. Generell lösen die Pflaster Hautirritationen aus.

Das IQWiG lobte die Hersteller, die alle angeforderten, bis dato unpublizierten Studienergebnisse vorgelegt hatten. Die Hersteller können zur Bewertung Stellung nehmen, bevor das IQWiG seinen endgültigen Bericht erstellt.

db/PZ

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