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Die Einnahme spezieller Probiotika könnte Übergewicht und Diabetes vorbeugen.
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Fr. 15. Juli 2011
Im Darm jedes Menschen tummelt sich eine unvorstellbare Zahl von Keimen. Sie bilden die natürliche Darmflora und beeinflussen auch, ob ein Mensch leicht zunimmt und Diabetes entwickelt. Probiotika könnten dagegen helfen.
Mögliche Zusammenhänge zwischen Darmflora, Übergewicht und Diabetes stellte Professor Dr. Patrice D. Cani auf der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Leipzig vor. Er arbeitet an der Université catholique de Louvain in Belgien. Laut Cani verändere eine fettreiche Ernährung die Darmflora. Vermehrt würden von der veränderten Darmflora solche Bestandteile in die Blutbahn gelangen, die eine Entzündungsreaktion auslösten. Diese Bestandteile heißen Lipopolysaccharide, oder abgekürzt LPS. Die Entzündungsreaktion wiederum spiele sowohl bei der dem Typ-2-Diabetes zugrunde liegenden Insulinresistenz als auch beim Übergewicht eine Rolle. Aufgabe künftiger Forschungen sei es nun, diese Hinweise wissenschaftlich weiter zu untermauern.
Dazu, wie so genannte Probiotika diese Mechanismen beeinflussen könnten, präsentierte Dr. Nanette Schloot vom Deutschen Diabetes Zentrum in Düsseldorf eine Studie, in der 22 gesunden Menschen, fünf Menschen mit einer Diabetesvorstufe und 18 Typ-2-Diabetikern über vier Wochen das Bakterium Laktobacillus acidophilus verabreicht wurde. Ergebnis: Bei den Diabetikern und bei den Teilnehmern mit Diabetesvorstufen hatte sich die so wichtige Empfindlichkeit der Körperzellen auf Insulin eindeutig verbessert.
Eine Empfehlung zur Einnahme spezieller Probiotika zur Vorbeugung von Übergewicht und Diabetes können Wissenschaftler allerdings heute noch nicht geben. Bislang haben Probiotika-Arzneimittel vorrangig einen Anwendungsbereich: das Stoppen von Durchfall bei akuten Magen-Darm-Infektionen.
IW
Schon heute gibt es zahlreiche Arznei- und Lebensmittel, die aus sogenannten Probiotika bestehen oder diese enthalten. Probiotika definiert die Weltgesundheitsorganisation WHO als Mikroorganismen, die in bestimmten Mengen die Gesundheit unterstützen. Auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse ergänzte Professor Dr. Hubert Kolb von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf diese allgemeine Formulierung: "Probiotika treten in Wechselwirkung mit der Darmwand und stärken die Verbindung der Darmwandzellen untereinander." Daraus ergibt sich eine geringere Durchlässigkeit der Darmwände für Giftstoffe unterschiedlicher Herkunft. Zudem steige die Konzentration an Darmhormonen an und Immunfaktoren, die Entzündungen hemmen, würden vermehrt produziert.
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