Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert Arzneien können dem Gedächtnis schaden

Aktuelles

Seniorin beäugt kritisch ihre Medikamente

Bestimmte Arzneimittel können das Gedächtnis verschlechtern. Für manche Patienten kann es jedoch auch besser sein, mit der Behandlung fortzufahren. Das gilt es abzuwägen.
© Robert Kneschke - Fotolia

Mi. 07. November 2012

Senioren: Medikamente können Gedächtnis verschlechtern

Bekanntlich lässt das Gedächtnis mit dem Alter nach - doch nicht immer ist das Alter schuld. Gängige Medikamente, mit denen Schlaflosigkeit, Angst, Juckreiz oder Allergien behandelt werden, können Gedächtnis und Konzentration bei älteren Menschen beeinflussen, berichtet ein internationales Forscherteam.

Die Wissenschaftler hatten 162 Untersuchungen aus 78 Studien daraufhin analysiert, welche Medikamente sich am ehesten auf Gehirnfunktionen, wie das Gedächtnis beziehungsweise Aufmerksamkeit, Konzentration und Leistung, auswirken. Im Blickpunkt waren Arzneistoffe, die an speziellen Bindungsstellen für Nervenbotenstoffe binden und damit Prozesse im Gehirn verändern können.

Anzeige

Die dämpfende Wirkung der sogenannten Benzodiazepine wird zum Beispiel häufig bei Angstzuständen und Schlafstörungen eingesetzt. Es zeigte sich, dass diese Wirkstoffe durchgängig mit einer Beeinträchtigung von Gedächtnis und Konzentration einhergingen, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Drugs & Aging. Wie stark dieser Effekt war, hing mit der Dosierung zusammen. Ältere, müde machende Antihistamine und bestimmte Antidepressiva führten in Tests dazu, dass Studienteilnehmer weniger aufmerksam waren und Probleme mit der Verarbeitung von Informationen hatten.

Die Forscher empfehlen daher, Risiken und Nutzen dieser Arzneimittel gut abzuwägen und mit dem behandelnden Arzt eventuell über sicherere Alternativen oder auch nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zu sprechen. Trotz der bekannten Risiken könne es für manche Patienten jedoch auch besser sein, mit der Behandlung fortfahren, anstatt mit nicht tolerierbaren Symptomen zu leben. Bei jedem Patienten müsse daher individuell entschieden werden, so die Forscher.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Ihr Apotheker informiert

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Apfel und Salat gegen die Knoblauchfahne

Welche Mittel am besten helfen, um lästigen Knoblauchgeruch zu beseitigen.

Zahnersatz richtig pflegen

Eine schlecht gereinigte Prothese kann unter Umständen sogar Krankheiten verursachen.

Gute Vorsätze beugen Feiertags-Pfunden vor

Wer über die Festtage schlank bleiben möchte, kann jetzt schon etwas tun.

Thema der Woche: Starke Schmerzmittel

Solche Medikamente werden immer häufiger verschrieben. Lesen Sie hier, was bei der Einnahme zu beachten ist.

Vegan ist nicht automatisch gesund

Eine rein pflanzliche Ernährung kann schnell zu einem Nährstoffmangel führen.

Pilz könnte Morbus Crohn verursachen

Forscher sind der Ursache für die chronisch entzündliche Darmerkrankung auf der Spur.

Medikamente: 4 Tipps zur sicheren Einnahme

Je mehr Arzneimittel eingenommen werden, desto größer ist die Gefahr für Wechselwirkungen.

Gel-Spritze bei Mittelohrentzündung

Ein neuartiges Gel könnte die Therapie einfacher und sicherer machen.

Demenzform, die auch Jüngere betrifft

Manche Patienten mit Frontotemporaler Demenz fallen durch aggressives Verhalten auf.

Thema der Woche: Stress lass nach!

Wie man bei zu viel Druck im Alltag gegensteuern kann.

Innere Uhr: Frauen schlafen anders

Der veränderte Rhythmus könnte zu mehr Schlafstörungen führen.

Der beste Weg aus der Alkoholsucht

Forscher verglichen kontrolliertes Trinken mit totaler Abstinenz.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen