Sie sind in: Startseite Aktuelles Ihr Apotheker informiert Nasenspray für Gehirn-Medikamente

Aktuelles

Blonde Frau sprüht sich Nasenspray in die Nase.

In Zukunft könnten Nasensprays anstatt von Tabletten für Hirn-Medikamente eingesetzt werden.
© absolutimages - Fotolia

Fr. 23. Mai 2014

Nasenspray trägt Arzneistoffe ins Gehirn

Viele Arzneimittel werden in Form von Pillen verabreicht. Doch sind Pillen, wenn es um Krankheiten des Gehirns geht, oft extrem ineffizient. Forscher, die an neuen Wegen tüfteln, sind jetzt einen wichtigen Schritt weiter gekommen. Der neue Weg geht durch die Nase.

Anzeige

Medikamente für Krankheiten des Gehirns könnten bald mithilfe von Nasensprays verabreicht werden. Die Wissenschaftler aus Dänemark wiesen nach, dass eine spezielle natürliche Zuckermolekülkette, fachsprachlich Polymer genannt, in der Lage ist, die Nasenwand samt ihrer schützenden Schleimschicht zu durchqueren. Während dies bei manchen Substanzen wie beispielsweise Kokain ganz von alleine geht, benötigen viele medizinische Wirkstoffe Hilfe, um die Nasenwand zu passieren und die Blut-Hirn-Schranke überwinden zu können. Deshalb forschen Wissenschaftler schon länger an möglichen Transportmitteln.

Diese hatten bislang jedoch meist einen Nachteil: Sie konnten Medikamente zwar durch die Nasenwand schleusen, waren aber nicht in der Lage, die gewünschten Stoffe an Ort und Stelle wieder freizulassen, so die Forscher. "Wenn die Medikamente nicht aus ihrem Transportmittel herauskönnen, helfen sie dem Patienten auch nicht", sagt Massimiliano Di Cagno von der Süddänischen Universität in Odense. Das Zucker-Polymer der dänischen Wissenschaftler sei nun in der Lage, Wirkstoffe, dort, wo sie benötigt werden, auch wieder freizusetzen, wie die Forscher im International Journal of Pharmaceutics berichten.

Nachdem damit zwei Hauptprobleme gelöst seien, bleibe nun noch ein drittes, so die Forscher: Die regelmäßige Versorgung mit einem Arzneimittel über einen längeren Zeitraum. Dies sei besonders für chronisch Kranke wichtige, die zum Beispiel stündlich ihr Präparat benötigten, erläutert Di Cagno. Wenn ein Patient eine Lösung mit aktiven Medikamenten in die Nasenhöhle sprühe, werde diese Lösung auf die Nasenwand treffen, diese durchqueren und zu den relevanten Stellen im Gehirn vordringen. Allerdings wirke in der Nasenhöhle auch die Schwerkraft, so dass die als Spray verabreichte Lösung beginnt, die Nasenhöhle hinabzulaufen. "Wir müssen also eine Art Kleber entwickeln, der die Lösung dazu bringt, für längere Zeit an der Nasenwand zu haften", sagt Di Cagno.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Ihr Apotheker informiert

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Wie gefährlich sind Amalgam-Plomben?

Ab einer gewissen Zahl von Füllungen steigt offenbar das Gesundheitsrisiko.

Apfel und Salat gegen die Knoblauchfahne

Welche Mittel am besten helfen, um lästigen Knoblauchgeruch zu beseitigen.

Zahnersatz richtig pflegen

Eine schlecht gereinigte Prothese kann unter Umständen sogar Krankheiten verursachen.

Gute Vorsätze beugen Feiertags-Pfunden vor

Wer über die Festtage schlank bleiben möchte, kann jetzt schon etwas tun.

Thema der Woche: Starke Schmerzmittel

Solche Medikamente werden immer häufiger verschrieben. Lesen Sie hier, was bei der Einnahme zu beachten ist.

Vegan ist nicht automatisch gesund

Eine rein pflanzliche Ernährung kann schnell zu einem Nährstoffmangel führen.

Pilz könnte Morbus Crohn verursachen

Forscher sind der Ursache für die chronisch entzündliche Darmerkrankung auf der Spur.

Medikamente: 4 Tipps zur sicheren Einnahme

Je mehr Arzneimittel eingenommen werden, desto größer ist die Gefahr für Wechselwirkungen.

Gel-Spritze bei Mittelohrentzündung

Ein neuartiges Gel könnte die Therapie einfacher und sicherer machen.

Demenzform, die auch Jüngere betrifft

Manche Patienten mit Frontotemporaler Demenz fallen durch aggressives Verhalten auf.

Thema der Woche: Stress lass nach!

Wie man bei zu viel Druck im Alltag gegensteuern kann.

Innere Uhr: Frauen schlafen anders

Der veränderte Rhythmus könnte zu mehr Schlafstörungen führen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen